Brake

Spezialscanner macht Museum fit für das digitale Zeitalter

Digitalisierung ist auch für kleinere und nicht staatliche Museen von großer Bedeutung. So für das Schifffahrtsmuseum Unterweser mit Häusern in Brake und Elsfleth, das über einzigartige Bestände verfügt. Nun macht es einen Riesenschritt nach vorne.

Museumsleiterin Dr. Christine Keitsch (vorn, 2. von links) und ihr Team sowie Museumsvereinsvorsitzender Professor Dr. Klaus-Jürgen Windeck (hinten, 2. von links) freuen sich über den stattlichen Bewilligungsbescheid für einen Scanner für Großformate. Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur Björn Thümler (links) überreichte ihn am Dienstag.

Museumsleiterin Dr. Christine Keitsch (vorn, 2. von links) und ihr Team sowie Museumsvereinsvorsitzender Professor Dr. Klaus-Jürgen Windeck (hinten, 2. von links) freuen sich über den stattlichen Bewilligungsbescheid für einen Scanner für Großformate. Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur Björn Thümler (links) überreichte ihn am Dienstag.

Foto: Gabriele Gohritz

Bei der Digitalisierung, die Exponate und Archivalien nachhaltig bewahrt und für Netzwerke und Datenbanken erschließt, ist das Schifffahrtsmuseum Unterweser für die Zukunft nun gut aufgestellt. Und zwar durch einen Scanner für Großformate. Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur Björn Thümler (CDU) überreichte am Dienstag einen Zuwendungsbescheid über 50.000 Euro. Damit kann ein solch hochprofessioneller Scanner angeschafft werden. Ausgeguckt hat sich das Museumsteam um Leiterin Dr. Christine Keitsch bereits ein Modell. Das soll bis Ende des Jahres in Brake stehen.

Mehr als 52.000 Euro kostet so ein Spezialscanner. „Wir geben noch etwas aus Eigenmitteln dazu, auch für Wartung. Das kriegen wir hin“, sagt die Museumsleiterin. Sie freut sich riesig, dass ihr Antrag auf Unterstützung positiv beschieden wurde - „ein Meilenstein“, wie sie und weitere Redner bei der Übergabe betonen. Eine Fremdvergabe wäre über Jahre viel teuerer geworden.

Warum so ein spezieller Scanner? Digitalisierung ist für das Museum wichtig, und hat durch Corona einen weiteren Schub erhalten. Um Menschen die Bestände zugänglich zu machen. „Wir verfügen über bedeutende Sammlungsbestände, die wir ohne ein solches Gerät digital nicht fachgerecht erschließen könnten“, sagt Christine Keitsch.

Standards sind vorgegeben

Denn die Sammlung umfasst auch großformatige Archivalien. Zum Beispiel Seekarten, Schiffszeichnungen, Baupläne und Gemälde. Das Museum verfügt zudem über eine einzigartige Sammlung zum Thema Feuerschiffe. Die wird, mit Blick auf Sanierung dieser Schiffe, oft angefragt: „Im digitalen Zeitalter sollten solche Anfragen auch digital beantwortet werden.“

Die Museumsleiterin verweist auch an die Anbindung an europaweite und internationale Datenbanken. Denn: „Die Schifffahrt aus der Wesermarsch war immer mit internationalem Handel verbunden.“ Dass ein Scanner in der Qualität 300 optische dpi nötig ist, hängt auch mit den Standards der Deutschen Forschungsgesellschaft zusammen. „Künftig können wir von A0 bis Münzgröße alles scannen“, freut sich die Museumsleiterin.

Minister Björn Thümler betont, es gelte, das kulturelle Erbe zu bewahren. Die Digitalisierung trage dazu bei. Das Schifffahrtsmuseum Unterweser sei ein besonderes Haus mit seinen gut 3000 Archivale. Deren Erfassung sei mit einem handelsüblichen Scanner nicht möglich. Das Spezialgerät sei hier gut angesiedelt, könne auch den anderen Häusern im Museumsverbund dienen: „Es ist gut angelegtes Geld.“.

Professor Dr. Klaus-Jürgen Windeck als Vorsitzender des Museums, freut sich ebenso wie Landrat Stephan Siefken, zugleich stellvertretender Vorsitzender, über die Zuwendung. Brakes Bürgermeister Michael Kurz spricht von einem „Alleinstellungsmerkmal“ und dankte wie die anderen der Museumsleiterin für ihren Einsatz, Anträge auf den Weg bringen.

Allerdings: Der Einsatz des neuen Gerätes müsse auch „flankiert werden durch personelle Absicherung“, wie es Klaus-Jürgen Windeck formuliert, da es hohe Ansprüche an Professionalität stelle. Das Museum verfügt gegenwärtig über eine Projektförderung für Digitalisierung, die aber ausläuft. Nur von Ehrenamtlichen sei die Arbeit nicht leistbar, so die Museumsvertreter, die diese auf hauptamtliche Füße stellen möchten. „Wenn wir über Digitalisierung reden, müssen wir auch über Arbeitskraft reden, um die Arbeit nachhaltig zu bewältigen“, so die Museumsleiterin. Hier könnte eine neue Förderlinie des Landes helfen.

Gabriele Gohritz

Reporterin

Gabriele Gohritz, Jahrgang 1960, stammt aus der Wesermarsch. Ihr Volontariat absolvierte sie bei der NORDSEE-ZEITUNG in Bremerhaven. Seit mehr als 30 Jahren arbeitet sie als Redakteurin für die Kreiszeitung Wesermarsch.

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