Stadland

Mehr Tempo für neues Bauland in Reitland

Die Gemeinde Stadland bekommt eventuell ein neues Baugebiet in Reitland. In der Dorfmitte wollen Ralf Thienken und Frerk Basshusen auf einer Wiesenfläche zwischen Reitlander Straße und Süderreitlander Herrenweg Bauland erschließen. Und zwar schnell.

Von der Sackstraße aus soll die Zufahrt zum angestrebten neuen Baugebiet in Reitland geschaffen werden.

Von der Sackstraße aus soll die Zufahrt zum angestrebten neuen Baugebiet in Reitland geschaffen werden.

Foto: Schnieder

Der Gemeinderat hat jetzt einstimmig im großen Saal des Rathauses in Rodenkirchen den ersten planungsrechtlichen Schritt vollzogen: die Aufstellung eines Bebauungsplans. Dieser Plan trägt den Namen „Südlicher Hellmer“. Im Falle der Realisierung würde es sich um ein privates, nicht von der Gemeinde geschaffenes Wohnbaugebiet handeln. Ralf Thienken und Frerk Basshusen würden also die Planungskosten, die Erschließungskosten und die Vermarktung der Grundstücke übernehmen.

Die vorgesehene Fläche befindet sich südwestlich der Sackgasse, gegenüber dem Wohngebiet „Grüner Winkel“. Auch dieses ältere Reitlander Baugebiet „Grüner Winkel“ war ein privates Vorhaben. Die Erschließung des neuen Baulandes soll über die Gemeindestraße Sackstraße erfolgen. Das Plangebiet umfasst etwa drei Hektar. Hier wären bis zu 13 Baugrundstücke möglich.

Klein genug für beschleunigtes Verfahren

Der Gemeinderat hat für das neue Projekt bereits am 15. September einstimmig grünes Licht gegeben. Inzwischen hat sich aber herausgestellt, dass das angestrebte neue Baugebiet klein genug ist (maximale Grundfläche von 10.000 Quadratmeter), um in ein beschleunigtes Verfahren nach dem Baugesetzbuch kommen zu können. In einem solchen Verfahren ist eine kürzere Beteiligung von Öffentlichkeit und Behörden möglich. Wie Bürgermeister Harald Stindt (parteilos) weiter erläutert, darf dabei vom Flächennutzungsplan abgewichen werden. Eine förmliche Umweltprüfung kann entfallen. Ein Ausgleich für Eingriffe in Natur und Landschaft ist nicht erforderlich.

Landkreis hat keine grundsätzlichen Bedenken

Sollte es nicht gelingen, das Planverfahren rechtzeitig bis Ende 2024 abzuschließen, könnte es dann in einem normalen Bauleitplanverfahren fortgeführt werden. Der Gemeinderat hat jetzt aber einstimmig das beschleunigte Verfahren beschlossen. Die Privatleute verpflichten sich, die Kosten des Verfahrens zu übernehmen und die Planunterlagen in Abstimmung mit der Gemeinde auszuarbeiten. Bei Bedarf wird vor dem Beschluss des Bebauungsplanes als Satzung ein städtebaulicher Vertrag zwischen Gemeinde und privaten Investoren abgeschlossen.

Der Landkreis Wesermarsch hat keine grundsätzlichen städtebaulichen Bedenken. Allerdings befindet sich das Plangebiet in dem vom Regionalen Raumordnungs-Programm dargestellten Vorranggebiet für Grünlandbewirtschaftung, -pflege und -entwicklung. Die Gemeinde hat bereits eine Abweichung von diesem raumordnerischen Ziel beantragt.

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