Niedersachsen

Landvolk sieht Nachbesserungsbedarf bei Tierwohllabel

Der Präsident des Landvolks Niedersachsen sieht noch viele Schwachstellen bei den Plänen von Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir zum Tierwohllabel. Er hat auch klare Vorstellungen, was besser werden muss.

Von dpa
26. Dezember 2022
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Fleischwaren liegen in einer Theke einer Fleischerei.

Fleischwaren liegen in einer Theke einer Fleischerei.

Foto: Christophe Gateau/dpa/Symbolbild

In der Diskussion um eine verpflichtende Tierhaltungskennzeichnung des Bundes sieht das Landvolk Niedersachsen noch viel Nachbesserungsbedarf. „Die Kennzeichnung muss erstens breiter sein und sie muss zweitens mit dem bisherigen Kennzeichnungssystem kompatibel sein“, sagte Landvolkpräsident Holger Hennies zum Gesetzesentwurf, der jüngst von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) vorgelegt wurde.

„Wir brauchen auch ein Kontrollsystem, was funktioniert“, sagte Hennies der Deutschen Presse-Agentur. Das gebe es mit der von der Branche gestarteten Initiative Tierwohl bereits. Es sei nicht sinnvoll, für ein staatliches Tierkennzeichnungssystem wieder komplett neue Strukturen aufzubauen. Das würde unnötig Ressourcen und Zeit, die die Schweinehalter in Deutschland nicht mehr haben, kosten. Der Staat müsse mit seinem System an den bestehenden Strukturen andocken, forderte der Landvolkpräsident.

Notwendig sei auch eine Herkunftskennzeichnung für Fleisch, sagte Hennies. Die müsse auch für verarbeitete Fleischwaren, wie etwa Wurstprodukte, gelten. Die Lebensmittelhersteller verwendeten auch importiertes Fleisch aus Ländern, in denen die Haltungsstandards weitaus niedriger seien als in Deutschland. Die Kunden im Geschäft müssten genau sehen, woher die Rohwaren für die Produkte kommen. Verarbeitete Ware müsse nach Haltung und Herkunft gekennzeichnet werden. Die Kennzeichnungspflicht müsse möglichst für alle Lebensmittel gelten. „Sonst hilft es erst einmal nichts, sondern ist nur ein Trostpflästerchen“, sagte Hennies.

Erforderlich sei auch ein Finanzierungskonzept für den Umbau der Tierhaltung. „Da ist aber nicht nur der Staat, sondern auch der gesamte Handel und der Gastrobereich gefordert“, sagte Hennies. Nur so könne ausreichend Geld ins System kommen, um die Forderungen von Politik und Teilen der Gesellschaft nach tiergerechterer Haltung zu erfüllen. Hennies verwies dazu auf ein Expertengutachten der früheren Bundesregierung, die dazu Vorschläge gemacht hatte. Es gelte nun, diese zeitnah angepasst umzusetzen.

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