Niedersachsen

Junger Mann nach Beleidigung einer Transfrau vor Gericht

Nach der Beleidigung einer Transfrau beschäftigt sich das Amtsgericht Osnabrück im Januar mit Fall. Verantworten muss sich ein heute 21 Jahre alter Mann, sagte am Freitag ein Sprecher des Amtsgerichts.

Von dpa
30. Dezember 2022
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Ein Schild mit der Aufschrift „Angeklagter“ wird auf die Gerichtsbank gestellt.

Ein Schild mit der Aufschrift „Angeklagter“ wird auf die Gerichtsbank gestellt.

Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Im Anschluss an eine Party nach der Landtagswahl im vergangenen Oktober sollen mehrere junge Männer aus dem Umfeld der Jungen Union die in der SPD engagierte Transfrau in der Osnabrücker Altstadt beleidigt und bedrängt haben. Die Transfrau erstattete Anzeige, woraufhin der Staatsschutz der Polizei ermittelte. Inzwischen habe die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben, sagte der Gerichtssprecher. Zuerst hatte die „Neue Osnabrücker Zeitung“ über die Anklage berichtet.

Sie habe die Situation als bedrohlich empfunden, hatte seinerzeit die Transfrau in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ gesagt. Die betrunkenen Männer hätten die erste Strophe des Deutschlandliedes gesungen. Die Stimmung habe sie als aggressiv empfunden, niemand aus der Gruppe habe widersprochen oder ihr beigestanden. Nachdem sie und ihr Bekannter den Ort verlassen hatten, habe sie in einem nahe gelegenen Veranstaltungssaal einem CDU-Mitglied von dem Vorfall erzählt.

Die CDU in Osnabrück hatte sich von dem Verhalten der Männer distanziert und sich mit der Transfrau solidarisch erklärt. Aus dem Kreis der Männer war ein Entschuldigungsschreiben an die Betroffene gesendet worden.

Die Tat werde vor der Jugendrichterin verhandelt, sagte der Gerichtssprecher. In der Verhandlung müsse sich zeigen, ob die Tat nach dem Jugend- oder dem Erwachsenenstrafrecht beurteilt werden muss. (AZ.: 254 DS 103/22)

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