Niedersachsen

Handelskammer sieht Wirtschaft stabil: Fachkräfte fehlen

Das kleinste Bundesland nimmt viel Geld in die Hand für das Umsteuern auf Klimaneutralität. Das findet die Handelskammer Bremen gut. Sie fordert aber, gut damit zu haushalten.

Von dpa
13. Dezember 2022
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Das historische Haus Schütting am Marktplatz von Bremen.

Das historische Haus Schütting am Marktplatz von Bremen.

Foto: Friedemann Kohler/dpa

Der Preisauftrieb und der Mangel an Fachkräften sind nach Einschätzung der Handelskammer Bremen eine Belastung für die Wirtschaft im kleinsten Bundesland für 2023. Die hohen Preise dämpften den privaten Konsum, Firmen stellten Investitionen zurück, sagte der Präses der Kammer, Eduard Dubbers-Albrecht, am Dienstag. „Es gibt Unternehmen, die da wirklich am Rand der Existenz stehen.“

Zugleich berichtete die Kammer aber, dass die Bremer Wirtschaft trotz Ukraine-Krieg und Corona-Nachwirkungen vergleichsweise gut durch das Jahr 2022 gekommen sei. „Wir haben eine gewisse Stabilität in der Wirtschaft“, sagte Hauptgeschäftsführer Matthias Fonger. Im ersten Halbjahr 2022 sei die Bremer Wirtschaft nach vorläufigen Zahlen um 5 Prozent gewachsen - bei einem bundesweiten Durchschnitt von 2,8 Prozent. Der Umsatz in der Industrie holte demnach auf und erreichte etwa wieder das Vorkrisenniveau von 2019. In den Häfen liege der Umschlag nach ersten Schätzungen niedriger als 2021.

Zu Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine habe in den Unternehmen Unsicherheit wegen der Energieversorgung geherrscht, sagte Präses Dubbers-Albrecht. Das habe sich beruhigt. Auch schaffe die vom Bund beschlossene Energiepreisbremse mehr Planungssicherheit. Die Unternehmen sparten nicht nur Energie, auch der Umstieg auf erneuerbare Energien komme unter diesem Druck schneller.

Die rot-grün-rote Regierungskoalition in Bremen hat 2,5 Milliarden Euro zum klimaneutralen Umbau von Infrastruktur und Wirtschaft bereitgestellt. Dazu kommen weitere 500 Millionen Euro zur Abfederung der Energiekrise. Vor der Wahl zur Bremischen Bürgerschaft 2023 mahnte Dubbers-Albrecht, dass dieses Geld wirklich nur für Investitionen ausgegeben werden dürfe, nicht für laufende Ausgaben.

Anfang Juni gab es in Bremen 1,7 Prozent mehr sozialversicherungspflichtige Jobs als zur gleichen Zeit im Vorjahr, wie Fonger sagte. Die Firmen suchten dringend geeignete Mitarbeiter. „Wir haben inzwischen nicht nur Fachkräftemangel, sondern Arbeitskräftemangel“, sagte er. Viele Bremer Schüler und Schülerinnen verließen leider die Schule ohne hinreichende Kenntnisse, um eine Berufsausbildung zu durchlaufen, bemängelten die Kammervertreter.

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