Bremerhaven

Versand der „Freikarte“ für Kinder und Jugendliche beginnt

Viele Familien, die gerade wegen steigender Energiekosten und Inflation jeden Cent zweimal umdrehen müssen, werden sich freuen: Ab dem 17. Oktober können ihre Kinder umsonst in Kinos, Schwimmbäder, Museen oder Sportstätten. Jetzt beginnt der Versand.

Leinwand im Kino.

Einen kostenlosen Besuch im Kino oder im Schwimmbad soll die „Freikarte“ allen Kindern und Jugendlichen im Land Bremen ermöglichen.

Foto: Arnd Hartmann

Die Bürgerschaft hatte schon am 14. September den Weg frei gemacht. Jetzt bekommen alle 115.000 Kinder und Jugendlichen im Land Bremen im Alter bis zu 18 Jahren Post, der Versand startet noch in dieser Woche. Der Brief aus der Senatskanzlei enthält die „Freikarte“, mit der etliche Freizeiteinrichtungen kostenlos besucht werden können.

Belastungen für Kinder in der Pandemie

Die Karte ist ein Dank des Landes an die Kinder und Jugendlichen, die in der Pandemie auf vieles verzichten mussten. So schön es auch wäre, wenn die Kinder damit Museen oder andere kulturelle Einrichtungen nutzen, sagte Regierungschef Andreas Bovenschulte (SPD). „Sie sollen aber auch wissen, dass sie sich im Kino einen angesagten Film angucken können. Und wenn es dann in der folgenden Woche einen weiteren Film gibt, können sie sich auch den anschauen“, ergänzte er.

Bei der „Freikarte“ handelt es sich um eine Guthabenkarte, die mit 60 Euro für dieses Jahr und 60 Euro für das kommende Jahr aufgeladen wird. Mit ihr kann ab 17. Oktober der Eintritt in vielen Einrichtungen in Bremerhaven und Bremen über elektronische Kassensysteme mit Kartenlesegerät bezahlt werden.

Projekt kostet insgesamt rund 12 Millionen Euro

Die Karte kostet das Land 12,2 Millionen Euro. Sie wird aus dem Bremen-Fonds finanziert, mit dem die Folgen der Pandemie abgefedert werden sollen. Dass die Karte damit über Schulden finanziert wird, die später wieder zurückgezahlt werden müssen, kritisierte Sandra Ahrens von der CDU, die in der Bürgerschaft gegen die „Freikarte“ gestimmt hatte.

Ahrens kritisierte zudem, dass die Karte online aktiviert werden muss. Dazu seien aber nicht alle Kinder in der Lage, vor allem nicht Kinder und Jugendliche aus Familien, die in ärmeren Stadtteilen leben.

FDP-Kritik: Die Karte kommt zu spät

Die FDP unterstützte das Projekt. Kritik gab es trotzdem aus ihren Reihen. „Die Karte kommt zu spät, den Vorwurf werden Sie sich gefallen lassen müssen“, sagte Magnus Buhlert. Die Karte hätte bereits im Sommer vorliegen müssen. Das kritisierte auch Ahrens. Kein Ressort habe die Verantwortung für die Karte übernehmen wollen, so dass am Ende die Senatskanzlei habe einspringen müssen.

„Ihr habt einen richtig guten Job gemacht“, lobte hingegen Bovenschulte seine Mitarbeiter. Wie bei jedem neuen Projekt habe es auch hier Anfangsschwierigkeiten gegeben, und das habe sich auch auf die zeitlichen Abläufe ausgewirkt. Jetzt gehe die Karte an den Start. „Es gibt kein neues Projekt, bei dem nicht nachgebessert werden muss“, versprach er, künftig auftretende Probleme zu lösen.

Klaus Mündelein

Reporter

Klaus Mündelein kümmert sich im Bremer Büro um die Landespolitik. Er hat in Münster studiert und volontiert und kam vor fast 30 Jahren zur Nordsee-Zeitung.

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