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Sturmflut Offenwarden: Des einen Unglück ist des anderen Glück

Sie sitzen um den Küchentisch. Frisch gebrühter Kaffee dampft aus den Tassen, Gunde Bolte legt jedem ein Stück Streuselkuchen auf den Teller. Um sie herum liegen alte Fotos, Bücher, Zettel. Christian Röper und Günter Bolte fachsimpeln über dieses und jenes. Alle drei haben die Sturmflut 1962 in Offenwarden erlebt und drei ganz unterschiedliche Geschichten zu erzählen.

Erinnern sich noch gut an die Sturmflut vor 60 Jahren in Offenwarden (von links): Günter Bolte (79), Christian Röper (71) und Gunde Bolte (83).

Erinnern sich noch gut an die Sturmflut vor 60 Jahren in Offenwarden (von links): Günter Bolte (79), Christian Röper (71) und Gunde Bolte (83).

Foto: Gallas

„Ich war 1962 im Februar elf Jahre alt und ich kann mich noch sehr gut an die Nacht vom 16. auf den 17. erinnern“, beginnt Christian Röper. Stürmisch war es, doch Sorgen machte sich noch keiner, als sie wie jeden Abend ins Bett gingen. Mitten in der Nacht weckten seine Eltern ihn und den vier Jahre jüngeren Bruder. „,Wir können hier im Haus nicht bleiben, wir müssen zum Nachbarn‘, haben sie gesagt. Von der Dorfstraße haben wir viele laute Stimmen gehört und wussten gleich, dass da was im Busch ist“, erzählt er. Im Deich war damals ein Deichschart, eine Durchfahrt für die Landwirte, die das Deichvorland bewirtschafteten. Sein Elternhaus stand genau davor, erklärt der heute 71-Jährige. Das Tor sei nicht mehr im besten Zustand gewesen, zwar mit Eisen beschlagen, aber ansonsten aus Holz und ziemlich marode. „Wenn das gebrochen wäre, dann wäre unser Haus genau in der Einschusslinie gewesen“, sagt Röper. Doch das Tor hielt den Wassermassen stand und irgendwann durften die Kinder mit hoch auf den Deich zu den Erwachsenen.

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