NORD|ERLESEN

Neue Verkehrsregelung beim Hurricane-Festival

Mit Spannung wird es erwartet, das diesjährige Hurricane. Nicht nur die knapp 78000 Besucher des fast ausverkauften Festivals freuen sich auf den Neustart nach zwei Jahren Pandemiepause, sondern auch Einwohner der umliegenden Ortschaften.

Zaungäste sind diesmal nicht erwünscht: Anreise der Teilnehmenden am Hurricane-Festival.

Zaungäste sind diesmal nicht erwünscht: Anreise der Teilnehmenden am Hurricane-Festival.

Foto: Heyne


Viele Scheeßeler und Westerveseder genießen den Spaziergang oder die Radtour über die „Flaniermeile“, wie die Landstraße am Eichenringgelände im Volksmund heißt, um Atmosphäre zu schnuppern, mit Besuchern in Kontakt zu kommen oder durch die Lücken der Banner an den Bauzäunen einen Blick auf die Bühne zu erspähen. Genau diese Anblicke bleiben den „Zaungästen“ dieses Jahr allerdings verwehrt, denn: Die Landesstraße (L) 131 wird erstmals nicht nur für den Kraftfahrzeugverkehr, sondern auch für Fußgänger und Pedalritter gesperrt.

zur Merkliste

NORD|ERLESEN

Macher versprechen ein Hurricane wie früher

zur Merkliste

NORD|ERLESEN

Hurricane-Chef fiebert Festival-Neustart entgegen

Dies war bereits in früheren Auflagen, zuletzt 2020 im Gespräch gewesen. Damals hatte die seinerzeit amtierende Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele eine Sperrung der Straße und damit die potenzielle Abschottung der Einwohner vom Festivalgeschehen kategorisch abgelehnt. Ihre Nachfolgerin Ulrike Jungemann hat diesen Rat, den ihr ihre Amtsvorgängerin mit auf den Weg gegeben hatte, beherzigt.

Denn: Es wird auch weiterhin eine Verbindung zwischen den beiden Orten und somit über das Festivalgelände geben – allerdings unter anderen Voraussetzungen, verläuft der Interimsweg doch in einem mehrere hundert Meter längeren Bogen um das nunmehr auf die andere Straßenseite erweiterte Infield. Für Veranstalter FKP Scorpio hat sich somit ein langgehegter Traum erfüllt: Das Gelände, auf dem sonst die Open Air Disco zu finden war, ist nicht mehr abgekoppelt, sondern ist als „Infield Süd“ für Besucher ohne die sonst erforderliche zusätzliche Einlasskontrollen erreichbar.

Gelände wird übersichtlicher

Diese Änderung birgt für Organisatoren wie Besucher (abgesehen von dem rund 300 Meter längeren Weg zum neuen Eingang) zahlreiche Vorteile: weniger einzuzäunende Fläche, eine übersichtlichere Verkehrsführung, bei der Behördenfahrzeuge die Einsatzzentrale seitlich ohne Queren des Geländes erreichen können und den Wegfall der sonst zuweilen zeitraubenden „Binnenkontrollen“.

Wir wollten das Geschehen wieder auf einige wenige Schauplätze konzentrieren.

Dies ist allerdings nicht der Hauptgrund für das neue Layout. Vielmehr nennt Festivalleiter Jasper Barendregt im Gespräch die Konkurrenz, die sich in der Vergangenheit das Zelt der „White Stage“ und die Bühne mit der Open Air Disco gemacht hätten. „Wir wollten das Geschehen wieder auf einige wenige Schauplätze konzentrieren.“ Die Zeltbühne hat indes nicht nur die Seiten gewechselt, sondern ist auch immens gewachsen, nämlich von der Sechs-Master-Version auf gigantische 15 Masten, wie Barendregt nicht ohne Stolz verkündet. Die fußballfeldgroße Fläche von 60 mal 90 Metern bietet bis zu 10000 Gästen Platz. Mit dem Wegfall des Zeltes auf dem Rennbahngelände eröffne sich auch vom Wall aus ein freier Blick – bei erwarteten 78000 Zuschauern ein smarter Schachzug, um das Geschehen vor den Bühnen zu entzerren und mit Sitzplätzen für Entzerrung gerade bei „Großkapellen“ auf der „Forrest Stage“ (früher Green Stage) zu sorgen, denn: „Es wird voll“, wie der Holländer erklärt.

Doch was bedeutet das für die Anwohner und ihren „kurzen Draht“ zum Festival? Deren Erlebnisse sollen laut Barendregt und Inga Rossbach (Festival Production), abgesehen von einer ungleich längeren Strecke, nicht getrübt werden. Sie sind davon überzeugt, dass sich auf der rund 40 Meter breiten und mit Platten ausgelegten Trasse über die Wiese „ebenso viel Leben abspielt“ wie sonst auf der Landstraße direkt am Eichenring, so Rossbach.

Auch bei sonnigem Wetter war einiges auf der Flaniermeile los.

Auch bei sonnigem Wetter war einiges auf der Flaniermeile los.

Foto: Heyne/Archiv

Dafür würden unter anderem die dort angeordneten Merchandising-Stände sorgen. Der Unterschied: Mussten bisher alle Festivalisten den Weg passieren, die vom südlichen Zentrum mit Verpflegungsständen und der offenen Bühne zum Infield wollten, ist die neue Trasse eine reine Verbindung zwischen Infield und Campingplätzen.

Jungemann: Keine Bedenken

Bürgermeisterin Ulrike Jungemann hatte keine Bedenken, dem Plan zuzustimmen: „Die Behörden haben alle grünes Licht gegeben“ – und wenn dies zur Entzerrung beitrage und dem Veranstalter nützte, sei das zu begrüßen: „Der will ja auch schwarze Zahlen schreiben.“ Einwände aus Westervesede habe es nicht gegeben. Bei einer Nachfrage bei Ortsbürgermeister Ralf Jürges reagiert dieser überrascht: Er sei in die neuen Pläne nicht eingeweiht worden. „Wir hätten eh keinen Einfluss darauf gehabt“. (js)

0 Kommentare
Newsletter NEWSLETTER

Alle wichtigen Nachrichten und die interessantesten Ereignisse aus der Region täglich direkt in Ihr E-Mail-Postfach. Mit Empfehlung aus der Redaktion.

PASSEND ZUM ARTIKEL
zur Merkliste

NORD|ERLESEN

E10: Wieso wird es nicht getankt?
zur Merkliste

NORD|ERLESEN

Und wieder kracht es in tückischer Rhader Unfallkurve
nach Oben