Grußbrücke

Mythos „Gefährliches Australien“ - Stimmt das wirklich?

In der Rubrik „Grußbrücke“ berichten uns Menschen aus aller Welt von ihren Erlebnissen des Jahres und senden zu den Feiertagen Grüße an die Heimat. Heute meldet sich Julian Stein aus Australien.

Helmut, Martha, Ute und Julian (von links) im Stubaital, Österreich.

Helmut, Martha, Ute und Julian (von links) im Stubaital, Österreich.

Foto: Privat

G’Day guys! Greetings from Brissy. Freut Euch auf einen packenden Artikel über die Geschichte des emotionalen Wiedersehens mit der Familie in 2022 und über die drei Mythen über das Leben in Australien, mit denen heute endlich aufgeräumt wird. Ready? Let’s go!

Endlich die Reise nach Europa

Nach fast drei Jahren WhatsApp-Calls war es im April 2022 endlich so weit: Wir haben uns auf die Reise nach Europa begeben, und ich lernte erstmals Marthas Mutter in Norwegen kennen. Danach flogen wir nach Hamburg, wo uns Mutti und Papa emotional in Empfang nahmen. Zum ersten Mal hielten wir meine Nichte und Neffen Mia und Luke in den Armen, und Martha lernte endlich das gesamte Kieswerk, also alle Steine, kennen. Für mich persönlich ging ein großer Wunsch mit dem erstmaligen Treffen von Martha und Oma und Opa aus Sievern in Erfüllung. Auch wenn die Kommunikation mit Übersetzung vom Englischen ins Deutsche eher indirekt war, bin ich sehr dankbar, dass Ihr meine Partnerin endlich kennengelernt habt.

Im Anschluss flogen wir weiter über Wien nach Bratislava, wo ich erstmalig Marthas Oma kennenlernen durfte. Der Geruch nach leckerem Essen deckte sich mit dem aus Sievern, so dass wir schnell warm miteinander wurden. Die Zeit in Europa war jedoch so kurz, dass wir uns kurz nach Wiederankunft in Brisbane für eine zweite dreimonatige Europa-Reise entschieden.

Fangen des Brautstraußes

Europa II ging mit einem Feuerwerk los: Mein Bruder Janek heiratete Marlen, und wir genossen die Feier sehr. Mit Marthas überschwänglichem Fangen des Brautstraußes waren meine Tage als Junggeselle gezählt, so dass der Antrag im Kempinski Hotel in den Tatras Mountains der Slowakei am 7.7.22 folgte.

Generell hat uns die Schönheit und Natürlichkeit der slowakischen Landschaft fasziniert. Auch wenn wir bis September noch weitere sieben Länder bereisen sollten, so stach die Slowakei mit der historischen Hauptstadt Bratislava und den unangefochtenen Bergen der Tatras heraus. Ein großer Traum ging für mich mit dem Urlaub im Stubaital mit Martha und meinen Eltern in Erfüllung. Als Kinder bereisten wir oft die Berge, und somit war die gemeinsame Zeit mit Euch vor traumhafter Kulisse wunderschön. Des Weiteren waren die Trips nach Griechenland, Schweiz und Italien traumhaft.

Mythen über Australien

Zum Abschluss möchte ich Euch über die drei meistgehörten Mythen über das Leben in Australien aufklären, die ich von meinen norddeutschen Freunden im Laufe der letzten Jahre immer wieder mit einem Lächeln angehört habe.

• Number One: „Ich könnte wegen der ganzen giftigen Tiere niemals in Australien leben“. Gut, die Australier nämlich auch nicht. Denn fast 90 Prozent der „Aussies“ leben in Städten, wo die Tiere mit täglicher Begegnung Fliege, Schmetterling und Vögel sind.

• Number Two: „Ich hätte mega Angst, dass ich dort von einer Giftschlange gebissen werde“. Während es richtig ist, dass hier eine der giftigsten Schlangen der Welt lebt, die Eastern Brown Snake, sollte man eher vor einer Vogelattacke Respekt haben. Insbesondere in den Frühlings-Monaten beschützen sie ihr Nest und schnappen im Sturzflug sehr häufig bei Fußgängern und schnell vorbeifahrenden Fahrradfahrern zu. Zu letzterer Gruppe zähle leider ich und passe somit ins Beuteschema der Elster, die gerne synchron neben mir fliegt und nach dem Ohr schnappt.

• Number Three: „Hauspreise sind dort bestimmt niedrig, da es ja genug Land gibt“. Während im Outback ein paar Quadratkilometer Land sehr günstig sind, so zahlt der Australier in den viel nachgefragten Vororten der Großstädte gerne ein paar Millionen Dollar. Sydney ist nach Hongkong die unerschwinglichste Stadt der Welt, und Brisbane holt stark auf. Allein die Hauspreise in meinem Stadtteil West End sind im letzten Jahr um satte 41 Prozent gestiegen. Jedoch schätzen wir die hohe Lebensqualität hier sehr und freuten uns riesig, als wir im März unsere permanente Aufenthaltsgenehmigung bekamen. Dem fünften Jahr Australien steht also nichts mehr im Wege.

Während Ihr den Beitrag lesen könnt, werden Martha und ich in Sydney als Erste ins neue Jahr starten. Wir denken an Euch und wünschen Mama und Papa, Janek und Marlen mit Luke, Juline und Chrissi mit Mia, Oma und Opa Sievern, Oma Neuenwalde, Angela und Michael, Dagmar und Rainer, Petra und Bernd, Familie Krefeldt sowie meinen lieben Freunden aus Chillerabende e.V. eine frohe Weihnachtszeit und ein gesundes, neues Jahr!

Familienfoto bei der Hochzeit von Bruder Janek.

Familienfoto bei der Hochzeit von Bruder Janek.

Foto: Privat

Julian Stein und Martha Gettvert am Tag ihrer Verlobung im Kempinski Hotel High Tatras, Slowakei.

Julian Stein und Martha Gettvert am Tag ihrer Verlobung im Kempinski Hotel High Tatras, Slowakei.

Foto: Privat

Julian mit Koala.

Julian mit Koala.

Foto: Privat

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