Grußbrücke

„Mutter“ heißt jetzt „birthing person“

In der Rubrik „Grußbrücke“ berichten uns Menschen aus aller Welt von ihren Erlebnissen des Jahres und senden zu den Feiertagen Grüße an die Heimat. Heute melden sich Ingrid und Herbert Boettcher aus Aurora, USA.

Fröhliches Beisammensein bei Margret Luebsen (Modersohn). Marlies, Margot, Heidi, Ingrid, Helke, Heide, Monika und Margret. Die Mitschülerinnen wechseln sich immer ab, wer das Miniklassentreffen ausrichtet. (Dieses Bild wurde aufgenommen, nachdem wir den leckeren Kuchen verspeist hatten).

Fröhliches Beisammensein bei Margret Luebsen (Modersohn). Marlies, Margot, Heidi, Ingrid, Helke, Heide, Monika und Margret. Die Mitschülerinnen wechseln sich immer ab, wer das Miniklassentreffen ausrichtet. (Dieses Bild wurde aufgenommen, nachdem wir den leckeren Kuchen verspeist hatten).

Foto: Privat

Wie in all den vergangenen Jahren möchte ich es auch in diesem Jahr nicht versäumen, mich an der Grußbrücke zu beteiligen. Das Jahr 2022 war wieder ein verrücktes Jahr. Obwohl Corona in den Hintergrund rückte, hatte ich oft das Gefühl, als wenn alles um mich herum aus den Fugen gerät. Oftmals musste man sich fragen, ob die „hohen Herren“ der Politik ihren gottgegebenen Menschenverstand verloren haben. Wenn das Licht von Freiheit und Gerechtigkeit in Amerika erlischt, wie lange wird es dauern, bis der Rest der Welt in Dunkelheit verschwindet?

Es scheint eine freudlose Zeit auf uns zuzukommen, und für viele Menschen wird es sicher auch ein trauriges Weihnachtsfest werden, denn das Geld ist knapp, und die Ersparnisse werden immer weniger. Umso mehr freut man sich über all die kleinen, unerwarteten Geschenke, die das Schicksal uns beschert. Wir werden wieder Urgroßeltern. Unsere Enkelin, Caitlin Lena, wird im Dezember zum dritten Mal Mutter. Allerdings wird das Wort Mutter von der „WOKE Kultur“ nicht mehr anerkannt. Es heißt jetzt „birthing person“, also gebärende Person. Wie verrückt ist das? Egal, wie man es nennt, wir alle freuen uns mit Caitlin, Caleb, Sadie und Charlotte.

Unser jüngster Sohn Timothy fliegt weiterhin für die DELTA-Fluggesellschaft, ist aber jetzt internationaler Pilot. Inzwischen war er in Deutschland, Frankreich, Niederlande, Irland, Italien, Afrika, Brasilien oder Hawaii. Sein Beruf macht ihm immer noch große Freude.

Unser Sohn Frederick hatte dieses Jahr eine ganz große Europareise geplant, die fast nicht zustande gekommen wäre, weil er kurz vor dem Reiseantritt noch mal Corona bekam. Trotz Impfungen, Booster und durchlebter Krankheit hatte er sich angesteckt. Zwei Tage vor der Kreuzfahrt mit der Queen Mary von New York nach Southampton bekam er den Negativtest. „Schiff ahoi“ und los ging es. Einige Tage London, dann weiter mit dem nächsten Schiff zum Nord-Cap. Danach Österreich und Deutschland. Von der Reise bekamen wir regelmäßig Bilder und beigefügte Berichte über WhatsApp.

Ärzte aus vielen Ländern

Die kurzen Besuche unserer Söhne schenken uns jedes Mal viel Freude. Auch unsere Nichte Marilyn besuchte uns von Idaho für ein paar Tage. Ich war am 26. Juli im Garten gefallen und brach mir drei Rippen. Es war schrecklich, aber die moderne Medizin päppelte mich wieder hoch. Nach drei Tagen gefühlter Hölle ging es wieder bergauf. Eine meiner Krankenschwestern war in den 70er Jahren von Vietnam nach Amerika gekommen. Sie meinte: „Ich kenne Ihren Namen, sind sie mit der reichen Boettcher-Familie aus Denver verwandt?“ „Leider nicht,“ erwiderte ich. Sie erzählte mir dann, dass ihr Sohn mehrere Stipendien von der Boettcher-Foundation erhalten hatte, weil er sehr gut an der Uni war. Jetzt ist er Doktor, und sie war so stolz auf ihren Sohn. Seine Referenz: Dr. Andrew Pham, Universitätsklinik in Aurora, Colorado. Ich habe mich gewundert, wie viele Ärzte und Krankenschwestern aus vielen Ländern an dieser Universitätsklinik arbeiten. So soll es sein: Weiß, Schwarz, Braun oder Gelb - alle arbeiten zusammen in Frieden. So lange die Politiker sich hier aus allem heraushalten, gibt es keinen Rassenhass. Nach acht Tagen Krankenhausaufenthalt durfte ich wieder nach Hause. Zwei Tage später kam Marilyn, und das half mir sehr, mich von meiner Misere abzulenken. Wir hatten ein paar nette Tage zusammen.

Der lange, heiße Sommer geht dem Ende entgegen. Dieses Jahr konnten wir noch die Klimaanlage benutzen. Wie es in der Zukunft wird, weiß der liebe Himmel. Eins ist mir klar, Sonne und Wind werden nicht die Energieansprüche der Menschen bewältigen können.

Nun bleibt meinem Mann Herbert und mir nur noch, allen Lesern der Grußbrücke und unserer Verwandtschaft ein besinnliches Weihnachtsfest zu wünschen und ein glückliches neues Jahr. Merry Christmas an unsere Söhne Frederick und Timothy nebst Familien; Ellie und Jim in Colorado Springs; Marilyn, Gary und Charles in Idaho; Inge und Johnny in Texas. Auch meiner Tante Anne nebst Familie in Bremerhaven wünschen wir ein frohes Weihnachtsfest und Glück und Gesundheit im neuen Jahr. Gleichfalls gehen liebe Weihnachtsgrüße an Cousine Anke Stelljes nebst Familie, Grit Sanders nebst Familie, besonders an die kleine Juna. An Udo und Ursel Schrieber, Fikret, Sibel Gülal nebst Mädel und Familien, Christa Wulff, Edith Gottschalk, Helke Greve in Elmshorn, Heidrun Grammann in Heerstedt, an den Rest vom Böttcher-Clan, Jeanette Lohmeyer, an die Mitschülerinnen meiner Grundschulklasse in der Hermann Löns-Schule und Mittelschulklasse der Humboldtschule und alle, die sich noch an uns erinnern.

Eine Seite aus meinem Tagebuch. Die Collage stelle ich immer mit Sticker, Cut-Outs und Tusche zusammen. Herzliche Weihnachtsgrüße an alle.

Eine Seite aus meinem Tagebuch. Die Collage stelle ich immer mit Sticker, Cut-Outs und Tusche zusammen. Herzliche Weihnachtsgrüße an alle.

Foto: Privat

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