Geestland

Auch beim Trinkwasser wird an der Preisschraube gedreht

In den vergangenen Monaten wurden die Verbraucher fast täglich mit Meldungen über Preiserhöhungen konfrontiert. Auslöser ist Russlands Krieg gegen die Ukraine. Ob Gas, Öl, Strom, Holz und Pellets, die Preise haben sich teilweise verdreifacht.

Trinkwasser ist im Norden noch ein vergleichsweise günstiges Gut, aber der Wasser- und Abwasserverband Wesermünde-Nord erhöht zum Jahreswechsel die Preise.

Trinkwasser ist im Norden noch ein vergleichsweise günstiges Gut, aber der Wasser- und Abwasserverband Wesermünde-Nord erhöht zum Jahreswechsel die Preise.

Foto: picture alliance/dpa

Das wiederum wirkte sich auch auf die Lebensmittelpreise aus, die im Schnitt um 30 Prozent gestiegen sind. Ein Ausweichen auf andere Energien und Produkte brachte und bringt wenig. Ein lebenswichtiges Grundnahrungsmittel wurde in diesem Zusammenhang kaum erwähnt, das Trinkwasser. Auch da kommt es zu Preisanhebungen, gleichermaßen beim Abwasser.

Versammlung gibt grünes Licht für Erhöhung

Die Gebühren des Wasser- und Abwasserverbandes Wesermünde-Nord (WAV) sind seit 2020 stabil und nicht erhöht worden. Auf dessen Verbandsversammlung in Holßel wurde jetzt beschlossen: Die Gebühr je Kubikmeter Frischwasser wird ab Januar 2023 auf 1,32 Euro erhöht. Darin enthalten ist auch das Auffangen der Verdoppelung der Wasserentnahmegebühr vom Land Niedersachsen mit einem jährlichen Plus von rund 127.000 Euro seit 2021. Der Vertreter der Stadt Geestland in der Versammlung, Bürgermeister Thorsten Krüger sagte dazu: „Dafür bekommt man 1000 Liter bestes Trinkwasser“. Er merkte aber auch an, dass die Netze alt seien und dringend saniert werden müsse. Er sei dafür, die drei Abwasserbereiche, die ehemalige Stadt Langen, die ehemalige Samtgemeinde Land Wursten und die ehemalige Gemeinde Nordholz zu einem Gebiet zusammenzuführen.In die ab Januar erfolgende Preiserhöhung floss diese Idee noch nicht ein.

Steigende Personalkosten und Zinsanstieg

Die Gebühr je Kubikmeter Abwasser im Bereich Langen wird auf 4,34 Euro erhöht, in Land Wursten auf 5,37 Euro und im Bereich Nordholz auf 4,66 Euro. In die Kalkulation flossen folgende Faktoren ein: Erhöhung von Material- und Betriebsstoffkosten, Erhöhung der Kosten für Dienstleistungen, Erhöhung der Personalkosten, Erhöhung von Abschreibungen zum Vorjahr durch Beibehaltung nötiger Erneuerungs- und Erweiterungsinvestitionen sowie steigende Darlehenszinsen. Beschlossen wurde auch, die Verbrauchsgebühren in allen Bereichen (Wasser- und Abwasser) um fünf Cent netto geringer anzuheben je Kubikmeter als es die Gebührenkalkulation ausweist. „Die dadurch insgesamt jährlich fehlende Summe von ca. 150.000 Euro ist als Beitrag des WAV an die aktuelle Situation der Verbraucher zu sehen und muss durch weitere Konsolidierungen und Einsparungen, welche nicht zu Lasten von Sanierung und Erneuerung gehen, erwirtschaftet werden“, sagte Verbandsgeschäftsführer Matthias Rinas. In konkreten Zahlen bewirken die Beschlüsse der Gremien des WAV Erhöhungen bei einem Bezug von 100 Kubikmeter (100.000 Liter) Frischwasser im Jahr bei der Wasserversorgung inkl. Grundgebühr eine Steigerung um 2,18 Euro monatlich. Bei der Abwasserentsorgung (Kanalisation) im Bereich Langen um 3,25 Euro, im Bereich Land Wursten 7,67 Euro, im Bereich Nordholz 7,33 Euro monatlich. Ende des Jahres 2023, nach dem Jahresabschluss 2022, sollen die Gebühren wieder überprüft werden.

WAV-Geschäftsführer Matthias Rinas, Bürgermeister Marcus Itjen (von links), sowie Martin Vogt (rechts) als Vorsitzender der Verbandsversammlung, dankten Thorsten Krüger, dem scheidenden Bürgermeister von Geestland, für seine Mitarbeit im Verband.

WAV-Geschäftsführer Matthias Rinas, Bürgermeister Marcus Itjen (von links), sowie Martin Vogt (rechts) als Vorsitzender der Verbandsversammlung, dankten Thorsten Krüger, dem scheidenden Bürgermeister von Geestland, für seine Mitarbeit im Verband.

Foto: Stehn

Dank an Thorsten Krüger für Engagement im Verband

Ein weiterer Punkt auf der Verbandsversammlung war die Verabschiedung des Noch-Bürgermeisters von Geestland und zukünftigen Landrats Thorsten Krüger durch Martin Vogt, dem Vorsitzenden der Verbandsversammlung. „Ich wünsche Dir, dass du in deinem neuen Amt die gleiche Überzeugungskraft und Begeisterung für deine Themen auf das Kreishaus übertragen kannst, wie du es in Geestland und mittlerweile als Botschafter für Nachhaltigkeit, weit über die Landesgrenzen hinaus geschafft hast“, sagte er. Krüger habe im Verband fast zwei Jahrzehnte aktiv gewirkt, immer neutral und aus dem Blickwinkel des Verbandes. (wil)

Hermann Stehn

Freier Mitarbeiter

Hermann Stehn ist als freier Mitarbeiter für den Nordsee Medienverbund bestehend aus Nordsee-Zeitung, Kreiszeitung Wesermarsch und Zevener Zeitung tätig. Seine/Ihre Berichte finden sich unter diesem Autorenprofil gesammelt wieder.

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