Panorama

Warnstreik beim ZDF: „Morgenmagazin“ und „heute“ ausgefallen

Es ist frühmorgens eine der wichtigsten Sendungen im TV. Doch am Dienstag gibt es kein „Morgenmagazin“. Ein Tarif-Warnstreik legt alles lahm. Das sieht man auch an den Nachrichten.

Von dpa
13. Dezember 2022
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Die „MoMa“-Moderatorin Dunja Hayali.

Die „MoMa“-Moderatorin Dunja Hayali.

Foto: Michael Kappeler/dpa

Das aktuelle „ZDF-Morgenmagazin“ und damit eine der wichtigsten Frühsendungen im deutschen Fernsehen ist am Dienstag ausgefallen. „Ohne vorherige Ankündigung“ hätten Gewerkschaften seit dem frühen Morgen den Sendebetrieb des ZDF bestreikt, teilte der öffentlich-rechtliche Sender in Mainz mit. „Dadurch konnte das ‚ZDF-Morgenmagazin‘ nicht ausgestrahlt werden. Betroffen sind auch die Ausgaben der ‚heute‘-Sendungen.“ Um 09.00 Uhr lief etwa im ZDF statt einer „heute Xpress“-Ausgabe die ARD-„Tagesschau“.

Ersatzprogramm bei ARD und ZDF

Vom Mainzer Sender hieß es am späteren Vormittag: „Mit dem Streikende um 10:30 Uhr können alle Nachrichten wie geplant gesendet werden, auch die ‚heute‘-Sendung um 12 Uhr und alle danach.“

Das „ZDF-Morgenmagazin“ läuft im wöchentlichen Wechsel mit dem „Morgenmagazin“ (MoMa) der ARD. Die dreieinhalbstündige Sendung ist normalerweise montags bis freitags von 5.30 bis 9.00 Uhr im Ersten und Zweiten zu sehen. Im Ersten wurden stattdessen frühere „MoMa“-Inhalte ausgestrahlt. Das ZDF sendete ebenfalls ein Ersatzprogramm. Der Sender, der in der jeweiligen Woche das Programm präsentiert, kümmert sich auch um Nachrichtenangebote innerhalb der dreistündigen Sendung.

ARD-aktuell, wo zum Beispiel die „Tagesschau“ produziert wird, teilte auf dpa-Anfrage zu dem ZDF-Warnstreik mit: „Wir haben in der Nacht die Anfrage von der ARD-Morgenmagazin-Redaktion bekommen, dass das gemeinsame ARD/ZDF-MoMa bestreikt wird. Als Ersatz haben die Kolleginnen und Kollegen der Morgenmagazin-Redaktion in Köln MoMa-Reportagen ins Programm genommen und dazwischen aktuelle Ausgaben der ‚Tagesschau‘.“ Diese seien später auch vom ZDF übernommen worden.

Mehrere Verhandlungsrunden

Gewerkschaften machen mit dem Warnstreik-Aufruf weiter Druck in Tarifverhandlungen. In der letzten Zeit hatte es Tarifkonflikte in vielen öffentlich-rechtlichen Medienhäusern gegeben, es kam auch schon zu Einigungen zwischen Gewerkschaften und ARD-Häusern. Beim ZDF ist die nächste Verhandlungsrunde nach ZDF-Angaben am 21. Dezember geplant. Bisher gab es laut Deutschem Journalisten-Verband (DJV) drei Verhandlungsrunden.

Zum Warnstreik aufgerufen waren ZDF-Mitarbeiter in Mainz, Düsseldorf, Berlin und diejenigen, die beim ARD-ZDF-Gemeinschaftsprogramm Phoenix in Bonn arbeiten.

Auf der Webseite der Vereinigung der Rundfunk-, Film- und Fernsehschaffenden (VRFF) war am Morgen zu lesen: „Wie bei den ARD-Anstalten zuletzt, bewegt sich auch in den Gehaltstarifverhandlungen beim ZDF nicht wirklich etwas. Daher tritt auch dort die VRFF-ZDF gemeinsam mit den Gewerkschaften DJV und verdi in den Warnstreik! Von 03.00 Uhr bis 10.30 Uhr werden die Beschäftigten ihre Arbeit niederlegen. Essen und warme Getränke gibt es vor dem ZDF-Hochhaus.“

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