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Technologietransfer als regionale Gemeinschaftsaufgabe

„Meine Idee ist gut, nur die Umsetzung erfordert wissenschaftliches Know-how und ein Netzwerk, das ich nutzen kann“, betont Georg Habrich von der Langener Firma TerraVis Habrich oHG. Für seine geplante Düngerstäbchenproduk- tion ist ihm das regionale Netzwerk für Technologie, Innovation und Entwicklung (ARTIE) gerade recht gekommen.

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Georg Habrich von der Langener Firma TerraVis Habrich oHG möchte in seiner Pelletanlage für Holz bald auch die Gärreste von Biogasanlagen zu Düngestäbchen verarbeiten. Foto ul

Kreativität, Erfindergeist, die Fähigkeit Innovationen im Markt zu platzieren werden oftmals nur bei Unternehmen in den Metropolen des Landes vermutet. Doch weit gefehlt: Auch Betriebe im ländlichen Raum sprühen oft nur so vor Ideen. Die Angebotspalette reicht von neuen Dienstleistungen bis hin zu ambitionierten Produktentwicklungen. Dennoch sind gerade die regional stärker verwurzelten kleinen und mittleren Unternehmen aufgrund von begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen häufig nicht in der Lage, eine eigene Abteilung für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten vorzuhalten.

Abwärme nutzen

Habrich möchte die stickstoffhaltigen Vergärungsprodukte von Biogasanlagen zur Herstellung von Düngestäbchen nutzen. Das sei in seinem Holzpelletwerk als weiteres Standbein problemlos möglich, so der Langener Unternehmer. Ein spezieller Separator wird bereits zur Verdickung der sehr flüssigen Substanz eingesetzt, die Abwärme der Biogasanlagen könnten zur weiteren Trocknung der Gärreste herangezogen werden“, so Habrich. Leider hätte sich genau an dieser Stelle ein Problem ergeben. „Beim Trocknen geht viel Ammoniak verloren und damit auch ein Teil des für Düngestäbchen dringend gebrauchten Stickstoffs“, erklärt Habrich das Dilemma.

Genau für solche Fragestellungen ist die ARTIE, das regionale Netzwerk für Technologie, Innovation und Entwicklung gegründet worden. Die innerhalb dieser Arbeitsgemeinschaft kooperierenden Gebietskörperschaften – dazu zählen neun Landkreise, drei Städte sowie eine Samtgemeinde im ehemaligen Regierungsbezirk Lüneburg – verstehen sich als regionales Netzwerk zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen in der Region. Die Betreuung der Unternehmen erfolgt dabei seit Mai 2006 durch das Transferzentrum Elbe-Weser (TZEW).

In enger Zusammenarbeit mit den Einrichtungen der kommunalen Wirtschaftsförderung übernimmt das TZEW als neutrale Einrichtung die Verzahnung zwischen den Unternehmen in der Region und geeigneten Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Auf Basis der individuellen Anforderungen in den Unternehmen werden gemeinsam mit dem TZEW konkrete Lösungsvorschläge erarbeitet, die zu Entscheidungen über den Einsatz neuer Technologien, Diversifikation sowie Ideen- und Produktverwertung führen.

Schlüssel zum Erfolg

Habrich bekommt mittlerweile genau diese Hilfe von Experten für sein Problem. „Wir suchen den Unternehmern Experten für ihre Probleme“, betont Andrea Emde, die für die Öffentlichkeitsarbeit des Netzwerks zuständig ist. Aber nicht nur Experten von Hochschulen seien dabei gefragt.

„Wir verkuppeln auch Betriebe“, so Emde. In Habrichs Fall ist genau das der Schlüssel zum Erfolg. Zusammen mit einem etablierten Düngemittelproduzenten will er zukünftig das Problem angehen. Dieser möchte die entstehenden Pellets unter Umständen für seine Produkte als Füllmittel nutzen.

Auf einen Blick:

In der Praxis sieht die Unterstützung durch das ARTIE-Netzwerk wie folgt aus:

Ein Unternehmen wendet sich mit einer technologischen Fragestellung an die

Wirtschaftsförderung oder direkt an das Transferzentrum und vereinbart einen

Termin. Im gemeinsamen Dialog mit dem Unternehmen wird im Rahmen eines

Vorgespräches die Aufgabenstellung strukturiert und konkretisiert. Zur konkreten

Bearbeitung der Aufgabenstellung werden im nächsten Schritt externe Technologie-

und Managementexperten hinzugezogen. Dabei geht es um eine tiefer gehende

Diskussion der Problemstellung, Beschreiben möglicher Lösungswege, Diskussion

der möglichen Kooperationsform, das Aufzeigen von Abläufen für die Realisierung

und Absprachen zum weiteren Vorgehen.

Die Zusammenarbeit mit ARTIE, dem regionalen Netzwerk für Technologie,

Innovation und Entwicklung ist für die Unternehmen kostenfrei. Die Finanzierung

der ARTIE setzt sich zusammen aus den Mitgliedsbeiträgen der Kooperationspartner

sowie aus den Zuwendungen der Fördermitglieder.

Ein wesentlicher Bestandteil dieser Finanzierung ist die EFRE-Förderung. EFRE ist

die Abkürzung für Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung. Der EFRE ist

einer von drei Strukturfonds der Europäischen Union und leistet im Rahmen der

europäischen Strukturpolitik durch die Förderung von wirtschaftlichem Wachstum

und Beschäftigung einen wichtigen Beitrag zum Abbau von Unterschieden im

Entwicklungsstand europäischer Regionen.

Kontakt:

ARTIE Regionales Netzwerk für Technologie, Innovation und Entwicklung

Andrea Emde

Öffentlichkeitsarbeit

Archivstraße 3–5, 21682 Stade

Telefon (0 41 41) 78 70 80, E-Mail info@artie.eu

Artikel vom 06.02.12 - 15:47 Uhr
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