
Kreativität, Erfindergeist, die Fähigkeit Innovationen im Markt zu platzieren werden oftmals nur bei Unternehmen in den Metropolen des Landes vermutet. Doch weit gefehlt: Auch Betriebe im ländlichen Raum sprühen oft nur so vor Ideen. Die Angebotspalette reicht von neuen Dienstleistungen bis hin zu ambitionierten Produktentwicklungen. Dennoch sind gerade die regional stärker verwurzelten kleinen und mittleren Unternehmen aufgrund von begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen häufig nicht in der Lage, eine eigene Abteilung für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten vorzuhalten.
Genau für solche Fragestellungen ist die ARTIE, das regionale Netzwerk für Technologie, Innovation und Entwicklung gegründet worden. Die innerhalb dieser Arbeitsgemeinschaft kooperierenden Gebietskörperschaften – dazu zählen neun Landkreise, drei Städte sowie eine Samtgemeinde im ehemaligen Regierungsbezirk Lüneburg – verstehen sich als regionales Netzwerk zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen in der Region. Die Betreuung der Unternehmen erfolgt dabei seit Mai 2006 durch das Transferzentrum Elbe-Weser (TZEW).
In enger Zusammenarbeit mit den Einrichtungen der kommunalen Wirtschaftsförderung übernimmt das TZEW als neutrale Einrichtung die Verzahnung zwischen den Unternehmen in der Region und geeigneten Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Auf Basis der individuellen Anforderungen in den Unternehmen werden gemeinsam mit dem TZEW konkrete Lösungsvorschläge erarbeitet, die zu Entscheidungen über den Einsatz neuer Technologien, Diversifikation sowie Ideen- und Produktverwertung führen.
„Wir verkuppeln auch Betriebe“, so Emde. In Habrichs Fall ist genau das der Schlüssel zum Erfolg. Zusammen mit einem etablierten Düngemittelproduzenten will er zukünftig das Problem angehen. Dieser möchte die entstehenden Pellets unter Umständen für seine Produkte als Füllmittel nutzen.
Ein Unternehmen wendet sich mit einer technologischen Fragestellung an die
Wirtschaftsförderung oder direkt an das Transferzentrum und vereinbart einen
Termin. Im gemeinsamen Dialog mit dem Unternehmen wird im Rahmen eines
Vorgespräches die Aufgabenstellung strukturiert und konkretisiert. Zur konkreten
Bearbeitung der Aufgabenstellung werden im nächsten Schritt externe Technologie-
und Managementexperten hinzugezogen. Dabei geht es um eine tiefer gehende
Diskussion der Problemstellung, Beschreiben möglicher Lösungswege, Diskussion
der möglichen Kooperationsform, das Aufzeigen von Abläufen für die Realisierung
und Absprachen zum weiteren Vorgehen.
Die Zusammenarbeit mit ARTIE, dem regionalen Netzwerk für Technologie,
Innovation und Entwicklung ist für die Unternehmen kostenfrei. Die Finanzierung
der ARTIE setzt sich zusammen aus den Mitgliedsbeiträgen der Kooperationspartner
sowie aus den Zuwendungen der Fördermitglieder.
Ein wesentlicher Bestandteil dieser Finanzierung ist die EFRE-Förderung. EFRE ist
die Abkürzung für Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung. Der EFRE ist
einer von drei Strukturfonds der Europäischen Union und leistet im Rahmen der
europäischen Strukturpolitik durch die Förderung von wirtschaftlichem Wachstum
und Beschäftigung einen wichtigen Beitrag zum Abbau von Unterschieden im
Entwicklungsstand europäischer Regionen.
