
An den Ortsumgehungen bei Rodenkirchen gibt es keine Hydranten, die die Feuerwehr anzapfen könnte, um Fahrzeuge zu löschen. „Auch die Gräben bringen nichts“, weiß Ortsbrandmeister Jürgen Rohde aus Erfahrung. In Rodenkirchen führt das Hilfeleistungsfahrzeug 2000 Liter Löschwasser mit sich. Zusätzlich ist eine Druckluftschaumanlage integriert. Die Feuerwehren Schwei und Seefeld verfügen über Tanklöschfahrzeuge, die je 1800 Liter fassen.
„Bei Pkw-Bränden reicht das aus“, hebt Jürgen Rohde hervor, erinnert aber gleichzeitig daran, dass bei einem Löscheinsatz Anfang des Jahres das Wasser bereits knapp wurde, als ein Auto in Flammen stand, weil das Feuer bei starkem Ostwind immer wieder aufloderte. „Bei einem Lkw-Brand wären wir aber machtlos“, hebt der Ortsbrandmeister hervor.
Aus diesem Grund sind die Stadlander Feuerwehren jetzt dabei, einen Einsatzplan für Brände mit größeren Fahrzeugen wie Lastwagen oder auch Busse auszuarbeiten. Im Gewerbegebiet in Hiddingen wurde das jetzt geprobt.
Mit einem Schlauch stellten die Feuerwehrleute eine Verbindung zwischen dem Hilfeleistungsfahrzeug und dem AB Wasser her, wie das Fahrzeug der FTZ im Feuerwehrjargon bezeichnet wird. AB steht für Abrollbehälter. So steht für etwa 15 weitere Minuten jede Menge Löschwasser zur Verfügung. Die Tanklöschfahrzeuge Schwei und Seefeld richten unterdessen einen Pendelverkehr ein. Sie fahren zum nächst gelegenen Hydranten, um Wasser zu tanken, das sie anschließend in den großen Behälter pumpen.
Während der Übung dauerte es nur rund eine Minute, bis das Fassungsvermögen der Fahrzeuge von 1800 Liter in den Tank gepumpt waren. Andererseits wurden durch das Hilfeleistungsfahrzeug rund 2400 Liter pro Minute abgesogen. Irgendwann wird das Wasser also auch im Tank versiegen. „Das müsste aber ausreichen, um einen brennenden Sattelschlepper zu löschen“, was sich Peter Cordes sicher.
Die Erfahrungen, die die Feuerwehren bei dieser Übung gemacht haben, sollen jetzt noch einmal intensiv untereinander diskutiert werden. Danach wollen sie einen Einsatzplan entwickeln, „denn bei der großen Zahl an Lastwagen, die täglich die Ortsumgehung befahren, ist es wohl nur eine Frage der Zeit, wann wir uns mit solch einem Unfall zu beschäftigen haben“, stellte Ortsbrandmeister Jürgen Rohde am Ende fest.
