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Ratsherr Hermann König fühlt sich ausgebootet

Rodenkirchen. SPD-Gemeinderatsmitglied Hermann König fühlt sich ausgebootet: Als Mitglied der Marktkommission, die unter anderem darüber entscheidet, welche Schausteller auf dem Rodenkircher Markt ihre Zelte aufschlagen dürfen, habe er keine Nachricht darüber erhalten, dass im vergangenen September der Schausteller des Traditionsgeschäftes Rendezvous gegen seine Nichtberücksichtigung beim Verwaltungsgericht Oldenburg geklagt hatte.

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Ihm ist das Lachen vergangen: Hermann König wurde nicht darüber informiert, dass ein Schausteller geklagt hat, weil er für den Rodenkircher Markt nicht berücksichtigt worden war. Foto: ums

Folglich habe er auch an der Verhandlung am 24. September nicht teilnehmen können, erklärte Hermann König weiter. „Warum aber war Günter Busch dabei?“, wundert sich der Reitlander Ratsherr in einem Gespräch mit der Kreiszeitung Wesermarsch.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende habe in der Marktkommission nicht mehr und nicht weniger Rechte als er. „Ich verlange deshalb Aufklärung darüber, warum ich nicht informiert wurde.“

Anlass für den Sozialdemokraten Hermann König, Stellung zu beziehen, ist die jüngste Gemeinderatssitzung, als darüber diskutiert wurde, Richtlinien über die Vergabe von Standplätze auf dem Rodenkircher Markt zu erlassen.

Keine Sitzung abgehalten

In der Regel, so Hermann König, tage die Marktkommission im Februar und noch einmal im September kurz vor dem Rodenkircher Markt. Als für die September-Sitzung eine Einladung ausgeblieben sei, habe er am 21. September bei Marktmeister Walter Lübben angerufen. Dieser habe ihm mitgeteilt, dass es keine Einladung zu einer Besprechung mehr gebe. Denn es sei alles in Ordnung für den bevorstehenden Rodenkircher Markt.

Völlig überrascht

Das war es aber offensichtlich nicht. Hermann König weiter: „Völlig überraschend erhielt ich dann von dem Betreiber des Fahrgeschäftes Rendezvous am Nachmittag des 24. September einen Anruf aus Hamburg. Simon Gergel, Mitinhaber des Rendezvous, teilte mir mit, dass es am Vormittag ein Verwaltungsgerichtstermin in Oldenburg gegeben hatte. Ich war nicht nur überrascht, sondern wirklich baff erstaunt, dass man mir als Mitglied der Marktkommission diesen Termin vorenthalten hatte.“ Vom Rendezvous-Betreiber habe er erfahren, dass Marktmeister Walter Lübben und Günter Busch an der Verhandlung in Oldenburg teilgenommen hätten.

Am Freitag vor dem Fest, so schildert Hermann König weiter, sei er dann – wie jedes Jahr – zum traditionellen Rundgang der Marktkommission mit Walter Lübben und Günter Busch erschienen. „Ich hatte immer noch die Hoffnung, jetzt würde man mir von der Gerichtsverhandlung und dem Ausgang des Verfahrens berichten.“ Es sei aber kein Sterbenswörtchen mit ihm über die Verhandlung gesprochen worden. Auch bei der folgenden abendlichen Zusammenkunft der Schausteller habe man ihn nicht eingeweiht.

„Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Vertrauen, gibt es das noch in der Politik?“, fragt sich Hermann König. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger würden dieses bezweifeln – auch angesichts der Verhältnisse in Stadland. (ums)

Artikel vom 11.03.10 - 06:00 Uhr
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