
Erneut war die Rodenkircher Markthalle gut gefüllt, als der Vorsitzende Udo Zempel den Referenten begrüßte.
1984 hat Klaus-Peter Kappest Finnland zum ersten Mal besucht und konnte sich in den folgenden Jahren dem Reiz der wunderschönen Landschaft mit ausgedehnten Wäldern und der bizarren Eiswelten nicht entziehen. Seine Aufnahmen zeigen Eindrücke quer durch die Jahreszeiten. Er führte seine Gäste von den Stränden des Süden bis hoch in die eisigen Regionen des Polarkreises.
Dabei machte er oft Bekanntschaft mit den Einwohnern: „Sie sind modern denkende freundliche Menschen mit einem großen Hang zum Pragmatismus”, betonte der Referent. Denn wenn es so richtig ungemütlich ist in den kalten Wintern, verziehen sich die Finnen in ihre Saunen. Der regelmäßige Besuch einer Schwitzhütte gehört zu den kulturellen Eigenarten des fünf Millionen Einwohner zählenden Landes, das über sieben Millionen Sitzplätze in den Saunen verfügt. Abkühlung verschafft danach ein Sprung in einen der unzähligen Seen. Und mit einem am offenen Feuer gebratenen Lachs kommt auch das leibliche Wohl nicht zu kurz.
Die Bewohner der Landstriche werden für den langen und kalten Winter entschädigt, denn im Hochsommer treiben die lauen und hellen Nächte die Menschen auf die Straßen. Getrübt werden die Tage nach dem Mittsommernachtsfest lediglich von den lästigen Schwärmen der Stechmücken. Diese Plagegeister ärgern die Reisenden ebenfalls um die Seenlandschaft bei Seinäjoki. In dieser Stadt findet jedes Jahr das berühmte Tangotanzfestival statt, das in den sonst so zurückhaltenden Finnen südamerikanisches Feuer entfacht.
Ursprüngliche Natur fand Klaus-Peter Kappest im Oulanka-Nationalpark im Nordosten Finnlands vor. „Die trockene Kälte im Winter ist gut auszuhalten”, betonte der Referent, die glitzernde Eislandschaft sorge zudem in der dunklen Jahreszeit für viel Helligkeit. Wie schön der skandinavische Winter sein kann, erlebte er bei seiner Stippvisite hoch im Norden. Er fing das eindrucksvolle Polarlicht ein, das in den Nächten geisterhafte Lichtspiele am Himmel zaubert.
Hans-Peter Kappest stellte seinen Zuhörern ebenfalls die Kultur der Samen vor, ein Volksstamm, der in ausgedehnten Regionen Lapplands beheimatet ist. Ihr Lebensraum und ihre Traditionen reichen von den windgepeitschten Inseln am norwegischen Eismeer über Finnland bis in das russische Hoheitsgebiet hinein.
