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Mit dem Fotoapparat auf der Pirsch


Rodenkirchen. Finnland übt als Urlaubsland bei Touristen wenig Anziehung aus, beliebte Ziele sind eher Norwegen und Schweden. Denn der Reiz Finnlands erschließt sich erst auf den zweiten Blick. Der Fotograf Klaus-Peter Kappest verließ während seiner ausgedehnten Reisen die Hauptstraßen und wurde mit abwechslungsreichen Landschaften belohnt. Seine Bilder und Eindrücke stellte er den Besuchern der Vortragsgemeinschaft vor. Von Brigitte Rademann


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Referent Klaus-Peter Kappest ging bei seinen Finnland-Besuchen auch auf Pirsch – allerdings mit seiner Kamera. Foto pr

Erneut war die Rodenkircher Markthalle gut gefüllt, als der Vorsitzende Udo Zempel den Referenten begrüßte.

1984 hat Klaus-Peter Kappest Finnland zum ersten Mal besucht und konnte sich in den folgenden Jahren dem Reiz der wunderschönen Landschaft mit ausgedehnten Wäldern und der bizarren Eiswelten nicht entziehen. Seine Aufnahmen zeigen Eindrücke quer durch die Jahreszeiten. Er führte seine Gäste von den Stränden des Süden bis hoch in die eisigen Regionen des Polarkreises.

Dabei machte er oft Bekanntschaft mit den Einwohnern: „Sie sind modern denkende freundliche Menschen mit einem großen Hang zum Pragmatismus”, betonte der Referent. Denn wenn es so richtig ungemütlich ist in den kalten Wintern, verziehen sich die Finnen in ihre Saunen. Der regelmäßige Besuch einer Schwitzhütte gehört zu den kulturellen Eigenarten des fünf Millionen Einwohner zählenden Landes, das über sieben Millionen Sitzplätze in den Saunen verfügt. Abkühlung verschafft danach ein Sprung in einen der unzähligen Seen. Und mit einem am offenen Feuer gebratenen Lachs kommt auch das leibliche Wohl nicht zu kurz.

Mit einem Fährschiff

Mit einem Fährschiff erreichen die Touristen den Hafen von Turko. Von dort aus ist es nicht weit zu den idyllischen und einsamen Sandstränden im Süden. Die Bilderreise gab auch Einblicke über die Sehenswürdigkeiten auf der Königsstraße, eine der ältesten skandinavischen Verkehrsrouten die über Oslo, Stockholm und Turku bis nach Petersburg reicht. Die wie Perlen an einer Kette aufgereihten Kirchen, Schlösser und Burgen erinnern an die wechselvolle Geschichte des Landes, das bis zur Zeit Napoleons von den Schweden beherrscht wurde und in Teilen zum russischen Großfürstentum gehörte.

Die Bewohner der Landstriche werden für den langen und kalten Winter entschädigt, denn im Hochsommer treiben die lauen und hellen Nächte die Menschen auf die Straßen. Getrübt werden die Tage nach dem Mittsommernachtsfest lediglich von den lästigen Schwärmen der Stechmücken. Diese Plagegeister ärgern die Reisenden ebenfalls um die Seenlandschaft bei Seinäjoki. In dieser Stadt findet jedes Jahr das berühmte Tangotanzfestival statt, das in den sonst so zurückhaltenden Finnen südamerikanisches Feuer entfacht.

Elche, Wölfe und Bären

In den Wäldern Kareliens ging der Fotograf auf die Pirsch, um Elche, Wölfe und Bären abzulichten. In den nördlichen Landesteilen findet man die typischen roten Holzhäuser, die an dem Flickenteppich der Seen rustikale Behausungen für Wochenendausflügler und Feriengäste bieten und deren Patina von den extremen Witterungsbedingungen geprägt ist.

Ursprüngliche Natur fand Klaus-Peter Kappest im Oulanka-Nationalpark im Nordosten Finnlands vor. „Die trockene Kälte im Winter ist gut auszuhalten”, betonte der Referent, die glitzernde Eislandschaft sorge zudem in der dunklen Jahreszeit für viel Helligkeit. Wie schön der skandinavische Winter sein kann, erlebte er bei seiner Stippvisite hoch im Norden. Er fing das eindrucksvolle Polarlicht ein, das in den Nächten geisterhafte Lichtspiele am Himmel zaubert.

Hans-Peter Kappest stellte seinen Zuhörern ebenfalls die Kultur der Samen vor, ein Volksstamm, der in ausgedehnten Regionen Lapplands beheimatet ist. Ihr Lebensraum und ihre Traditionen reichen von den windgepeitschten Inseln am norwegischen Eismeer über Finnland bis in das russische Hoheitsgebiet hinein.

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Der Leiter der Vortragsgemeinschaf t Rodenkirchen, Udo Zempel (rechts), begrüßte Klaus-Peter Kappest in der Markthalle. Foto rade
Artikel vom 27.01.12 - 12:00 Uhr
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