Freude über die Altarfiguren
Rodenkirchen. Auch 2011 war der Kirchbauverein der St.-Matthäus-Kirche wieder sehr aktiv. Während der Jahreshauptversammlung im Hotel Albrechts blickte Friedrich Lübben auf ein erfreuliches Jahr zurück. Denn nach Abschluss der Restaurierungsarbeiten konnte die im Jahr 1631 von Ludwig Münstermann erstellte Kanzel in einem Festgottesdienst im neuen Glanz präsentiert werden.

Im Zuge der Restaurierungsarbeiten hat die Johannesfigur am Kanzelfuß einen Zeigefinger bekommen. In dieser Fassung entspricht sie wieder dem Original aus dem Jahr 1631. Fotos ums/td
Doch nicht nur die restaurierte Kanzel war im Mai endlich fertig. Bereits seit Mitte September 2010 hatte es Überlegungen gegeben, die am Münstermann-Altar fehlenden Figuren Moses und Johannes zu ergänzen. „Die Figuren sind nicht nur inhaltlich, sondern auch formal von besonderer Bedeutung“, betonte Friedrich Lübben. Sie würden das Gesamtbild des Altars wesentlich prägen und ergänzen.
Nachdem alle Beteiligten, Kirchengemeinde, Oberkirchenrat und Denkmalschutz kurzfristig eine Einigung über Form und Durchführung der Arbeiten erzielt hatten, habe Restaurator Uwe Plenninger die Figuren im Frühjahr 2011 geschnitzt. Bis zur Präsentation der Kanzel war die Eingliederung in den Altar abgeschlossen. Die Gesamtkosten von 14 500 Euro hat der Kirchbauverein getragen.
Große Investitionen
In der zweiten Jahreshälfte wurden am Kirchengebäude die Sanierungsarbeiten am Westgiebel einschließlich Installation der Kirchenuhr, eine Änderung der Glockenaufhängung und zusätzliche Sanierungsarbeiten am Dachreiter der Kirchturmuhr ausgeführt. Die Kosten von 91 000 Euro wurden mit 31 000 Euro aus EU-Fördermitteln, 50 000 Euro Baukostenzuschuss der Landeskirche und 10 000 Euro aus der Baurücklage der Kirchengemeinde finanziert.
Friedrich Lübben kündigte an, dass zur Erläuterung der Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten die Installation von zwei Informationstafeln zur Baugeschichte der St.-Matthäus-Kirche und das Leben und künstlerische Wirken von Ludwig Münstermann geplant sei.
Besonders bedankte sich der Vorsitzende bei Pfarrer Werner Könitz, der demnächst in den Ruhestand geht. „Ohne ihren Elan und Schwung hätte der Kirchbauverein die umfangreichen Arbeiten nicht so schnell erledigen können“, sagte Friedrich Lübben.
Heizungsanlage in Planung
Der 1997 gegründete Kirchbauverein der St.-Matthäus-Kirche, dem zurzeit 89 Mitglieder angehören, hat auch in Zukunft einiges vor. Neben einer neuen Beleuchtungstechnik, die in der Kirche installiert werden soll, steht auch die Anschaffung einer neuen Heizungsanlage an. „In welcher Größenordnung sich das bewegt, ist momentan noch nicht absehbar“, sagte Werner Könitz. Um die genauen Kosten erarbeiten und dann planen zu können, benötige man sicherlich noch ein bis zwei Jahre.
Deichsicherheit vor 50 Jahren
Nach den Regularien hielt Leenert Cornelius, der Vorsitzende des II. Oldenburgischen Deichbands, einen Vortrag über die Deichsicherheit an der Nordseeküste mit Rückblick auf die Sturmflut im Februar 1962. Darin zeigte er Bilder und Filmmaterial aus dem Bereich Sehestedt, wo die Situation damals sehr kritisch war. (td)

Im Zuge der Restaurierungsarbeiten hat die Johannesfigur am Kanzelfuß einen Zeigefinger bekommen. In dieser Fassung entspricht sie wieder dem Original aus dem Jahr 1631. Fotos ums/td