Es ist bereits der zweite Band, in dem Friedrich Precht inzwischen abgerissene Bauwerke in der Huntestadt dokumentiert. Band I erfasste den Zeitraum von 1978 bis 2005, Band II von 2002 bis 2009. „Die Zeit überschneidet sich, weil es nach 2000 viele Abrisse gab, die auch von Bedeutung für das Stadtbild waren“, sagt der Architekt.
Über 120 Fälle dokumentiert der neue Band, und das ist nur eine Auswahl. Niemand erfährt seit einer Gesetzesänderung von 1995 mehr offiziell davon, wenn Häuser aus dem Stadtbild verschwinden. „Es sei denn, es handelt sich um denkmalgeschützte Häuser oder Hochhäuser“, sagt der Architekt.
„Meistens kommen wir gar nicht dahinter, es sei denn, die Gebäude befinden sich in exponierter Lage wie zum Beispiel das Hallenbad oder das ehemalige LzO-Gebäude gegenüber des Schlosses“, sagt er.
„Würden wir die Passanten befragen, wann die Abrisse waren, würden sie schon ins Grübeln kommen“, ist er überzeugt. Tatsächlich haben sich die Oldenburger sehr schnell ans neue Stadtbild ohne Hallenbad und mit Schlosshöfen gewöhnt.
„Die Gründe für einen Abriss sind eine höhere und bessere Ausnutzung eines Grundstücks, die Planung von Neubauten, aufgebrauchte und nicht mehr instandsetzungsfähige Substanz, jahrelange Leerstände sowie unzeitgemäße bauliche Standards“, zählt Friedrich Precht auf.
Er ist weiterhin auf Radtour durch die Huntestadt und hat schon ziemlich klare Vorstellungen von Band III, der irgendwann erscheinen wird.
Wer sich an alte Zustände nicht mehr genau erinnert, der wird beim Durchblättern des neuen Bandes staunen. Auch darüber, wie schnell die Menschen vergessen.
