
Außerdem besuchte er das herzogliche Mausoleum auf dem St.- Gertruden-Kirchhof und will prüfen, ob dessen Sanierung vom Bund mitfinanziert wird. Letzte Station war der Oldenburger Fliegerhorst, wo sich neuerdings die Ausweichspielstätte des Oldenburgischen Staatstheaters befindet. Dort legte Neumann vor Kulturschaffenden aus der ganzen Region seine Sicht zur Bedeutung von Kultur dar.
Kultur sei Ländersache und Angelegenheit der Kommunen. Der Bund könne nur unterstützend tätig werden, wenn es sich um ein Projekt von nationaler Bedeutung handele, stellte er klar und beleuchtete die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Kultur. „Der Bund hat zurzeit 1800 Milliarden Euro Schulden. Diese Zahl macht deutlich, dass es keine Alternative zum Schuldenabbau gibt.“ Da liege es nahe, dass in einer solchen Situation die Frage aufgeworfen werde, ob die Gesellschaft sich kulturelle Angebote überhaupt noch leisten können. „Wir brauchen sie“, stellte Bernd Neumann klar und begründete seine Haltung.
„Es sind die Künste, die uns zum Reflektieren ermuntern. Kultur ist nicht das Sahnehäubchen sondern die Hefe im Teig. Sie setzt Energie und Prozesse frei, sie ist die Grundlage unseres Zusammenlebens und macht unsere Identität aus.“ Auch Integration funktioniere über Kultur, sagte er weiter und fügte hinzu: „Gerade in Zeiten der Globalisierung zu sparen, würde unsere Wertefundamente beschädigen. Sich von der Kultur zu verabschieden ist barbarisch. Damit kann man keinen Haushalt sanieren, sondern nur gewachsene Strukturen zerschlagen. Deshalb fordere ich alle Verantwortlichren auf: Schont die Kultur.“
