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„Kultur ist die Hefe im Teig“

Oldenburg. „Kultur macht Städte und Gemeinden erst interessant“, befand Staatsminister Bernd Neumann, der jetzt zu Gast in Oldenburg war. Er ließ sich unter anderem die Sanierung des Oldenburgischen Staatstheaters zeigen, in die allein 14 Millionen Euro aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm fließen.

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Markus Müller, Generalintendant des Oldenburgischen Staatstheaters (links), Oldenburgs Oberbürgermeister Dr. Gerd Schwandner (2. von links) und CDU-Bundestagsabgeordneter Thomas Kossendey (rechts) begrüßten Kulturstaatsminister Bernd Neumann in der Ausweichspielstätte des Theaters auf dem Fliegerhorst. Foto: zb

Außerdem besuchte er das herzogliche Mausoleum auf dem St.- Gertruden-Kirchhof und will prüfen, ob dessen Sanierung vom Bund mitfinanziert wird. Letzte Station war der Oldenburger Fliegerhorst, wo sich neuerdings die Ausweichspielstätte des Oldenburgischen Staatstheaters befindet. Dort legte Neumann vor Kulturschaffenden aus der ganzen Region seine Sicht zur Bedeutung von Kultur dar.

Kultur sei Ländersache und Angelegenheit der Kommunen. Der Bund könne nur unterstützend tätig werden, wenn es sich um ein Projekt von nationaler Bedeutung handele, stellte er klar und beleuchtete die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Kultur. „Der Bund hat zurzeit 1800 Milliarden Euro Schulden. Diese Zahl macht deutlich, dass es keine Alternative zum Schuldenabbau gibt.“ Da liege es nahe, dass in einer solchen Situation die Frage aufgeworfen werde, ob die Gesellschaft sich kulturelle Angebote überhaupt noch leisten können. „Wir brauchen sie“, stellte Bernd Neumann klar und begründete seine Haltung.

„Es sind die Künste, die uns zum Reflektieren ermuntern. Kultur ist nicht das Sahnehäubchen sondern die Hefe im Teig. Sie setzt Energie und Prozesse frei, sie ist die Grundlage unseres Zusammenlebens und macht unsere Identität aus.“ Auch Integration funktioniere über Kultur, sagte er weiter und fügte hinzu: „Gerade in Zeiten der Globalisierung zu sparen, würde unsere Wertefundamente beschädigen. Sich von der Kultur zu verabschieden ist barbarisch. Damit kann man keinen Haushalt sanieren, sondern nur gewachsene Strukturen zerschlagen. Deshalb fordere ich alle Verantwortlichren auf: Schont die Kultur.“

Kreativwirtschaft boomt

Kultur bringe Geld und schaffe Arbeitsplätze, sagte er weiter. Die Kreativwirtschaft boome geradezu. Der Anteil des Bruttoinlandsprodukte der chemischen Industrie betrage 2,1 Prozent, der Automobilindustrie 3,1 Prozent und der Kultur 3 Prozent mit steigender Tendenz, berichtete der Kulturstaatsminister. „Kultur ist also ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und leistet einen entscheidenden Beitrag zum Bruttosozialprodukt.“ Deshalb müsse der Kulturbereich bei der Haushaltssanierung geschützt werden, lautete seine eindringliche Forderung an alle Verantwortlichen in Städten und Gemeinden. (zb)

Artikel vom 01.09.10 - 06:00 Uhr
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