„Die heutige Feier bedeutet auch, dass wir nicht erst irgendwo ankommen müssen, wir sind da“, sagte er. Zu der Feier waren zahlreiche Vertreter aus Politik, Kirche und Gesellschaft sowie jüdischen Gemeinden und Verbänden gekommen.
Daxner warnte vor unterschwelligem rechten Gedankengut in der Gesellschaft: „Der soziale Rechtsextremismus mit seinen Ressentiments und populistischen Wirkungen lebt gefährlich weiter und keine Gruppe oder Partei sollte sich immun fühlen.“
Die alte Oldenburger Synagoge war in der Reichspogromnacht 1938 zerstört worden. Unmittelbar nach Ende des NS-Regimes belebten zurückgekehrte Überlebende des Holocaust das Gemeindeleben neu. Sie mussten aber Ende 1960 aus Mangel an Mitgliedern aufgeben.
Die Initiative zur Neugründung ging vor allem von Frauen aus. Das Gründungsprotokoll der Gemeinde mit 34 Unterschriften wurde am 6. August 1992 unterzeichnet.
Der Fraktionschef der Grünen im Bundestag, Jürgen Trittin, erinnerte an die Gründungsjahre. Damals habe in Deutschland ein ausländerfeindliches Klima geherrscht, wie die Ausschreitungen im September 1991 im sächsischen Hoyerswerda gezeigt hätten.
„Ohne die enge Zusammenarbeit mit dem jüdischen Landesverband wäre eine Integration dieser Menschen nicht möglich gewesen.“ Als niedersächsischer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten war Trittin in der Zeit für die Betreuung der zahlreichen jüdischen Aussiedler zuständig.
Außerdem verurteilte Graumann die Weigerung des Internationalen Olympischen Komitees, bei den Spielen in London eine Schweigeminute für die israelischen Attentatsopfer von 1972 in München abzuhalten. Vor 40 Jahren hatten palästinensische Terroristen neun israelische Sportler getötet.
Es sei ein Geschenk der Versöhnung und des Vertrauens, dass jüdisches Leben Niedersachsen wieder bereichere, sagte der Staatssekretär im niedersächsischen Kultusministerium, Stefan Porwol (CDU). Derzeit gibt es in dem Bundesland 20 jüdische Gemeinden mit insgesamt rund 9000 Mitgliedern. (epd)
