Ganz Ohr für das ganze Land
Oldenburg. In den kommenden Monaten führt das Institut Hörtechnik und Audiologie der Jade-Hochschule eine Studie durch, die das Hörvermögen der Emder und Oldenburger Bevölkerung untersucht. Die Teilnehmer werden zufällig über das Einwohnermelderegister ausgewählt. Die Ergebnisse der Studie sollen repräsentativ sein für die ganze Bundesrepublik.

Eine repräsentative Studie der Jade-Hochschule soll in Oldenburg und Emden den Hörstatus für die Bundesrepublik feststellen. Foto: pr
Hörprobleme sind weit verbreitet. Fast jeder kennt jemanden mit Hörproblemen oder bemerkt bei sich selbst die ersten Anzeichen einer beginnenden Schwerhörigkeit. Dennoch weiß man nicht genau, wie groß die Anzahl der Betroffenen in Deutschland ist. Die letzte umfangreiche Studie wurde im Jahr 1985 vorgenommen. Damals ermittelte man, dass 12,7 Millionen Bundesbürger (26,8 Prozent) einen Hörverlust haben.
Zunehmende Lärmbelastung
Für die Wissenschaftler ist von Interesse, ob sich diese Zahlen verändert haben. „Es gibt viele Vermutungen, dass sich das Hörvermögen durch eine zunehmende Lärmbelastung verschlechtert hat – insbesondere bei jungen Menschen. Aber man kann es derzeit kaum belegen“, erklärt Professor Dr. Inga Holube von der Jade-Hochschule die Motivation für die Studie.
Insgesamt werden 1149 Oldenburger und 851 Emder in den nächsten Monaten Post von der Jade-Hochschule bekommen. Die Personen wurden repräsentativ vom Einwohnermeldeamt ausgewählt, das bedeutet, dass sie hinsichtlich Alter und Geschlecht typisch für die gesamte Bundesrepublik sein sollen. Daher ist die Studie auch auf die Bereitschaft der Einwohner angewiesen. „Der Erfolg der Studie hängt davon ab, dass sich möglichst alle Angeschriebenen beteiligen. Wenn sich nur Personen untersuchen lassen, die bereits erste Anzeichen eines Hörverlustes an sich wahrnehmen, ist die Stichprobe verzerrt und die Ergebnisse nicht mehr für Deutschland hochrechenbar“, erläutert Inga Holube den Aufbau der Studie.
Umfassendes Training
Die Erhebung wird von Studenten des Instituts Hörtechnik und Audiologie vorgenommen. Viele der Studenten sind ausgebildete Hörgeräteakustiker, die für diese Studie ein umfassendes Training erhalten haben. Die Teilnehmer der Studie erwartet ein Hörcheck mit unterschiedlichen Untersuchungsverfahren, der etwa eine Stunde dauert. Die Untersuchung erfolgt nach telefonischer Vereinbarung und kann entweder Zuhause oder im Institut an der Jade-Hochschule vorgenommen werden. Die Gesamtdauer der Studie ist auf zwei Jahre festgelegt. Die ersten Einwohner werden bereits in dieser Woche Post erhalten. (kzw)
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