
Gestern stellte die Stadt zusammen mit dem City-Management Oldenburg (CMO) und der gemeinnützigen Hannoveraner Organisation Benefiz die aus Bambus gebauten sprechenden Edeltonnen vor, die problemlos auch vor dem Juwelierladen noch einen schicken Eindruck machen.
Noch nicht ganz installiert, stießen sie bei den Stadtbesuchern sofort auf großes Interesse und lösten Freude aus. Alles suchte buchstäblich nach Müll, um einen Spruch zu hören. „Müllerziehung mit Augenzwinkern“ nennt das Benefiz-Projektleiter Lucas Rosenberg. Er will das Bewusstsein für die Umwelt schärfen, weshalb das Mülltonnenprojekt von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung gefördert wird. Jugendliche haben die Tonnen gebaut und bestücken bestimmte niedersächsische Städte für einige Wochen mit ihnen.
„Dauerhaft sind sie nicht sinnvoll“, ist Silke Meyn, Ordnungsdezernentin, überzeugt. „Irgendwann nutzt sich der Effekt ab. Wir hoffen aber, dass die Nutzer der neuen Tonne darüber nachdenken, dass Abfall in die Tonne und nicht aufs Pflaster gehört“, sagt sie. Es gibt Erfahrungen aus Schweden, die belegen, dass sprechende Mülltonnen rund 40 Prozent mehr Abfall erhalten als ihre stummen Kollegen.
Das ist für große Kommunen interessant, fallen doch jährlich zum Beispiel in der Huntestadt rund 36 Tonnen Restabfall aus Abfallkörben in der Fußgängerzone an. „Pro Einwohner und Jahr sind so umgerechnet 230 Gramm Abfall zu entsorgen. Das gesamte Restabfallaufkommen in der Stadt liegt bei rund 112 Kilogramm pro Einwohner und Jahr“, berichtet Arno Traut, Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebes.
Wer das selbst erleben will, muss bis zum 26. August in der Oldenburger Innenstadt gewesen sein. Dort stehen die sprechenden Tonnen an allen zentralen Punkten. Danach werden sie in einer anderen Stadt platziert. Weil sie alle einen Paten unter den Geschäftsleuten haben, werden die Tonnen nachts reingeholt. Auf diese Weise soll Vandalismus vorgebeugt werden.
