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Eine Schiffsladung Zukunft


Oldenburg. Wie wollen wir in Zukunft leben? Das ist die zentrale Frage der kostenlosen Ausstellung „Zukunftsprojekt Erde“, die an Bord des Ausstellungsschiffes „MS Wissenschaft“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zu sehen ist. Das Schiff hat – drapiert mit einem riesigen Erdball – bis Sonntag an der Oldenburger Hafenpromenade am Alten Stadthafen festgemacht. Von Katrin Zempel-Bley


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Vor 10 000 Jahren war die Nordsee noch Festland. Was zwischendurch passierte, verrät das Projekt „Doggerland“ . Foto zb

Das schwimmende Science-Center macht Wissenschaft auf unterhaltsame Weise erlebbar und bietet Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gleichermaßen faszinierende Einblicke in vielfältige Forschungsergebnisse zu den Themen: Die Stadt von morgen, Biodiversität, Klimawandel, Küstenentwicklung und Energieversorgung. Die Inhalte werden nicht nur verständlich präsentiert, die Besucher können vor allem selbst Hand anlegen.

Im Angebot ist ein CO2-neutraler Einkauf. So können verschiedene Gemüse-, Obst- und Fleischwaren eingekauft werden. Hält der Kunde den Scanner auf die Ware, wird im Display nicht der Preis, sondern auch der Emissionswert des Produkts angezeigt. So wird deutlich, dass die konventionell gepflanzte Tomate im Freiland in Deutschland in der Produktion am wenigsten CO2 benötigt. Am Ende des Einkaufs gibt es einen Bon, der die Gesamt-Emission ausweist.

Auch ein Teil eines 304 Meter hohen Wetterturms für die Klimaforschung, wie er in der Taiga steht, ist in der Ausstellung zu sehen. Die automatische Wetterstation verrät, wie sich über den Tag die Luft in Oldenburg verändert. Fernab der Zivilisation erfasst ein Messturm in Sibirien Veränderungen in der Zusammensetzung der Atmosphäre. Er misst in großen Höhen Gaskonzentrationen aus einem Einzugsgebiet von rund einer Million Quadratkilometern, aber auch Treibhausgase, Kohlendioxid und Methan, Ozon oder Stickoxide. Wie das genau funktioniert, erklärt die Schau.

Lichtverschmutzung

Weil das natürliche Licht durch künstliches Licht verunreinigt wird, sprechen Wissenschaftler von Lichtverschmutzung. Das Projekt „Verlust der Nacht“ untersucht die Folgen zunehmender Beleuchtung auf die Gesundheit. Ziel der Forschung sind nachhaltige Beleuchtungskonzepte, bei denen Lampen zum Beispiel nur bei Bedarf leuchten oder Lichtfarben verwenden, die lichtsensible Tiere nicht stören. Denn Licht beeinflusst auch ihre innere Uhr.

Der Rundgang durch die Stadt von morgen, durchs Kaufhaus, zum Bahnhof, vorbei am Kinderspielplatz, ins Kino und in den Park verrät den Besuchern, woran Wissenschaftler forschen, damit die Menschen nachhaltig einkaufen und kein Wasser verschwenden, Kraftwerke nur dann Strom produzieren, wenn er nachgefragt wird. Und es geht um neue Materialien, die so praktisch sind wie Kunststoffe, aber ohne Erdöl auskommen.

Öffnungszeiten

Die „MS Wissenschaft“, in der die Besucher nicht nur lernen, sondern auch Spaß haben können, ist heute von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Wegen der Gezeiten verlässt das Schiff Oldenburg am Sonntag um 17.15 Uhr, da die „MS Wissenschaft“ bei Flut einige Brücken nicht durchqueren kann. Von Donnerstag bis Sonntag, 26. bis 29. Juli, legt das Ausstellungsschiff während der Festwoche in Bremerhaven (Neuer Hafen) an.

Artikel vom 21.07.12 - 12:00 Uhr
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