
Die IHK sieht mit der bevorstehenden Inbetriebnahme des Jade-Weser-Ports in Wilhelmshaven ein Jahrhundertprojekt für die Region verwirklicht. „Der Nordwesten wird als Logistikdrehscheibe und Standort der maritimen Wirtschaft gestärkt“, sagt der zuständige IHK-Geschäftsführer Felix Jahn.
Umso unverständlicher ist aus Sicht der Kammer das Verhalten der Stadt Oldenburg. „Machbarkeitsstudien und Stadtteilkonferenzen, all das kommt zu einem Zeitpunkt, da der Jade-Weser-Port in Betrieb geht, der Ausbau der existierenden Bahnlinie weit fortgeschritten ist und die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens für den Abschnitt mit Lärmschutz durch Oldenburg durch die Bahn kurz bevorsteht“, erklärt der IHK-Präsident. Er fordert den schnellen Ausbau des Abschnitts durch Oldenburgs Innenstadt.
Für eine Schienenumgehungstrasse sieht die Kammer in absehbarer Zeit keine realistische Chance. Mehrere Bürgerinitiativen fordern wegen der zu erwartenden Lärmbelästigung durch die Güterzüge aus Wilhelmshaven eine Umgehung. Deren Bau lehnt die Deutsche Bahn AG jedoch strikt ab. Sie argumentiert, dass eine intakte Strecke vorhanden sei, deren Kapazitäten noch längst nicht ausgelastet seien. Die Bahn will daher die Stadtstrecke elektrifizieren und mit Lärmschutz versehen.
In den kommenden Wochen muss die Stadt sich entscheiden, was sie will. Entscheidet sie sich für eine Umgehungstrasse, würde die vorhandene Strecke so bleiben, wie sie ist, während der Bau einer Ausweichstrecke nach Experteneinschätzung bestenfalls in einigen Jahrzehnten in Angriff genommen werden kann. Während dieser Zeit müssten die Anwohner der Bahnstrecke den Lärm ohne Schutz hinnehmen.
