
„Sechs Wochen haben die Archäologen um Dr. Jana Fries Zeit, im Schlauen Haus zu graben“, berichtet Olaf Klaukien. Zuvor muss das Gebäude eingespundet werden, damit kein Wasser eindringen kann. Erst dann kann es losgehen. Im Anschluss beginnen die eigentlichen Bauarbeiten.
Ursprünglich wollte die Stadt das Schlaue Haus bauen, doch der Rat lehnte das Vorhaben aus Kostengründen ab. Daraufhin gründeten die Universität Oldenburg und die Jade-Hochschule die Gesellschaft Schlaues Haus, um das Projekt zu retten. Gemeinsam mit Sponsoren wird das Schlaue Haus nun realisiert. Nach seiner Fertigstellung möchten beide Gesellschafter Wissenschaft in den Bereichen Wohnen und Leben sowie Klima und Energie auf verständliche Weise in Form von Vorträgen und Ausstellungen näherbringen.
Die Bauarbeiten dürften kompliziert sein, weil es sich um eine Baulücke handelt. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Bausubstanz laut restauratorischer Untersuchung erheblich schlechter ist als gedacht. „In den Dachbalken, die teilweise aus dem Jahr 1502 stammen, sind Schädlings- und Schimmelbefall festgestellt worden“, berichtet der Geschäftsführer. „Das heißt, wir müssen alle Hölzer rausnehmen und behandeln lassen. Auch das Mauerwerk muss bearbeitet werden.“
So wird die Altbausanierung vermutlich neun Monate in Anspruch nehmen. Die Eröffnung des 1300 Quadratmeter umfassenden Schlauen Hauses wird sich von Mitte 2011 auf Frühjahr 2012 verschieben. Weil in dem Gebäude öffentliche Veranstaltungen stattfinden und es nur einen statt wie üblich zwei Fluchtwege geben wird, müssen die Bauherren Uni und Fachhochschule besondere Brandschutzauflagen erfüllen. Dazu gehört eine komplexe Gebäudetechnik wie zum Beispiel eine Wassernebelsprühanlage.
Wenn das Schlaue Haus im Frühjahr 2012 bezugsfertig ist, wird es Tradition und Moderne verbinden. Denn das sanierte Gebäude erhält einen markanten gläsernen Anbau, der auf der Schlosswallseite mit seiner futuristischen Fassade für Aufsehen sorgen dürfte. Das ist aber nicht alles. „Wir zeigen, dass ein denkmalgeschütztes Haus und moderne Architektur zusammenpassen und zudem nachhaltig sein können“, sagt Olaf Klaukien.
So wird das Gebäude mit Geo-Thermik versehen, so dass keine Energie fressende Klimatisierung erforderlich sein wird. Dazu werden Sonden 150 Meter tief in den Boden eingesetzt. So wird es in dem Haus im Winter warm und im Sommer entsprechend kühl sein. Zudem wird das Gebäude mit Photovoltaik-Fenstern ausgestattet, die Energie erzeugen.
