
Bei der sogenannten Zinkelektrolyse ist Xstrata prozesstechnisch auf große Mengen an Energie angewiesen. Die Zink-Hütte zählt deshalb zu den größten Kunden im Bereich des Energieversorgers EWE. „Wir verbrauchen im Jahr etwa so viel Strom wie eine Großstadt wie Oldenburg“, gibt Carl van Dyken zu bedenken. Wenn die Bundesregierung die Ökosteuer-Pläne wie angekündigt umsetzte, wäre dies sehr nachteilig für das Nordenhamer Unternehmen. „Das wäre eine Verschlechterung bei der Ökosteuer um mehrere hundert Prozent.“
Das Problem der Steuererhöhung: Xstrata kann die Kosten der Ökosteuer nicht an die Kunden weitergeben. „Unser Produkt Zink wird an der Londoner Börse gehandelt“, erläutert Carl van Dyken. „Wir haben keinen Einfluss auf den Preis.“ Das Unternehmen bliebe also allein auf den Zusatzkosten sitzen, was zu Lasten der Wirtschaftlichkeit ginge. „Das wäre ein immenser Wettbewerbsnachteil.“
Xstrata Zink gehört zu einem internationalen Konzern. „Dort wird natürlich auch die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Standorte verglichen“, sagt Carl van Dyken. „Und im Ausland gibt es die Ökosteuer in dieser Form nicht.“
Dabei habe das Unternehmen ebenso wie viele andere auch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise gespürt. „Wir sind aus dem vergangenen Jahr mit einem schwachen Ergebnis herausgekommen“, sagt der Geschäftsführer. Gleichzeitig stehe eine von der Bundesregierung bereits in 2009 angekündigte Unterstützung als Kompensation für CO2-Zertifikate noch aus. „Die sind auch schon in den Strompreis eingepreist“, sagt Carl van Dyken. „Auch das kennt man im außereuropäischen Ausland nicht.“
Einfluss zu nehmen auf die Politik versucht der Zink-Produzent nun über Wirtschaftsverbände. Doch nicht nur die laufen Sturm gegen die Pläne der Bundesregierung. Auch die Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) hat aus Sorge vor dem Verlust von Arbeitsplätzen bereits vor einer Kappung von Ökosteuer-Rabatten für Unternehmen gewarnt.
