
Mit Kerstin Tautz’ Bastelkörbchen in der Peterstraße verschwindet nach insgesamt sieben Jahren der letzte Fachhandel für Bastelbedarf und Dekorationsmaterial in der Wesermarsch. „Das nächste Fachgeschäft dieser Art ist dann in Varel“, weiß Kerstin Tautz. „Aber der hat auch nicht das gesamte Sortiment, das ich habe.“
Dass sie ihr Geschäft jetzt aufgibt, hat vor allem wirtschaftliche Gründe. „Der Internethandel hat uns schon zu schaffen gemacht“, sagt die Inhaberin. „Und zusätzlich haben die Ein-Euro-Läden ihr Sortiment massiv um Deko- und Bastelmaterial erweitert. Mit deren Preisgestaltung kann ich nicht mithalten.“ Die Politik einiger ihrer Zulieferer sei da ebenfalls wenig hilfreich. „Viele haben für kleine Geschäfte viel zu hohe Mindestabnahmen. Die Ware steht dann ewig im Regal, bis sie verkauft ist. Aber der Hersteller will das Geld dafür sofort haben.“
Um das Geschäft neu zu beleben, hatte Kerstin Tautz im vergangenen Jahr noch an einen erneuten Umzug in die Fußgängerzone gedacht. „Aber dort sind die Mieten zu hoch. Und die Ladenflächen, die vielleicht noch erschwinglich wären, viel zu klein.“
Die gelernte Altenpflegerin wird voraussichtlich in ihren alten Beruf zurückkehren. Ihre beiden Kolleginnen Petra Trepte-Schellstede und Carmen Fegter-Neumann stehen indes vor einer ungewissen Zukunft. Gern hätten sie das Geschäft gemeinsam übernommen. „Aber als einer der Ehemänner dagegen war, hatte sich das auch erledigt“, sagt Kerstin Tautz.
Ute Kirchhoff gibt ihr Wäschegeschäft Drunter und Meer am Peterlee-Platz aus privaten Gründen auf. „Mein Mann ist seit acht Jahren in Rente, und ich will da auch langsam hin“, sagt die 57-Jährige.
Spürbare Einbußen hatte sie in den letzten beiden Jahren nur im Zuge der Umbauarbeiten am Peterlee-Platz. „Der Bauzaun hat mir da viele Kunden ferngehalten“, ist sie sicher.
Ansonsten steht das Geschäft gut da. Ohnehin wäre ihr ein Nachfolger lieber als die Schließung. „Ich habe einen treuen Kundenstamm, und der Laden könnte so, wie er ist, übernommen werden.“ Leider hat sich bislang noch kein Interessent gefunden. „Aber es würde sich lohnen“, versichert Ute Kirchhoff.
