
Allein 2011 legten die Mitglieder des Tiersuchdienstes bei ihren Einsätzen quer durch die Wesermarsch rund 4320 Kilometer zurück. Die Helfer fotografieren jedes gemeldete Fundtier, durchsuchen es nach Kennzeichnungen wie Tätowierungen oder unter die Haut gespritzten Registrierchips und nehmen die Tiere in die vereinseigene Datei auf. Wenn das Tier gechipt ist, erfolgt ein Abgleich mit dem Haustierregister Tasso. Zum überwiegenden Teil sind es Katzen, die als herrenlose Fundtiere auftauchen. Daneben brachte der Verein jedoch auch viele Hunde, Kaninchen und Vögel zurück.
Der Suchaufwand, den der Tiersuchdienst mit seinen 44 Mitgliedern betreiben muss, um Tiere wieder zu vermitteln, ist teilweise erheblich. So beschreibt Silvia Kerney, die beim Verein für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, den Fall eines Fundkaters, der vor zehn Jahren in Coburg verschwunden war. Mittlerweile wohnte die Halterin in Lilienthal. Mit Hilfe von Internetnetzwerk und von Ordnungsämtern gelang dem Tiersuchdienst die Rückvermittlung.
Aber bereits das Einfangen von Fundtieren kann eine anstrengende Angelegenheit werden. Silvia Kerney berichtet, wie die Vorsitzende Heidi Huth-Hinrichs auch schon mal stundenlang mit einem Kescher im Regen ausharrt, um an eine scheue und offensichtlich kranke Fundkatze heranzukommen. Oder wie sie nach einem Hilfeersuchen der Polizei am Sonnabend gegen 22 Uhr einen verstörten Hund befreit, der sich vor einem Supermarkt dermaßen in seine Leine verheddert hat, dass ihm die Luft abgeschnürt wird.
Ratlos macht die Helfer allerdings die geringe Spendenbereitschaft von Tierfreunden und vor allem der Halter. „Die 115 vermittelten Tiere haben wir im vergangenen Jahr an 113 Halter zurückvermittelt – doch nur sieben haben uns mit einer Spende unterstützt“, bedauert Silvia Kerney. Sie findet es unverständlich, dass viele Halter derart selbstverständlich mit der Leistung des Tiersuchdienstes umgehen. Die Konsequenz: Der Tiersuchdienst müsse wegen der ausufernden Kosten nun darüber nachdenken, bestimmte Leistungen einzuschränken. „Wir können dann nicht mehr ständig rausfahren.“
