„Nach dieser Logik sollte die Stadt doch gleich alle Bäume fällen, dann fallen auch keine Blätter mehr herunter!“ schimpft die Politikerin, die gemeinsam mit mehreren Mitstreiterinnen seit Langem eine neue „kluge Baumschutzsatzung“ fordert. Dafür hatten sie vor mehr als einem Jahr über 400 Unterschriften an Bürgermeister Hans Francksen übergeben.
Auch Hajo Janssen (Grüne), Vorsitzender des Umweltausschusses des Stadtrates, kritisiert die Stadtverwaltung: „Hier ist die Stadt ohne Not rücksichtslos und ohne Maß vorgegangen und hat noch nicht mal den Umweltausschuss informiert.“
Hintergrund der gesamten Aktion ist die Forderung des Wasser- und Schifffahrtsamtes, den Blick auf die Richtfeuerlinie Großensiel freizuhalten. Deshalb hat die Stadt den Wald im Süden des Strandes bislang im Abstand von fünf Jahren zurückgeschnitten. Erstmals hat die Stadtverwaltung in diesem Jahr etliche Bäume fällen lassen und damit bei vielen Bürgern Empörung ausgelöst.
Kritik kommt auch von der Umweltstation Iffens. „Unter dem Vorwand der normalen Baumpflege wird weit über das Ziel hinausgegangen und wesentlich mehr zerstört als erforderlich“, kritisiert Dr. Wolfgang Meiners von der Umweltstation, Kreisvorsitzender der Umweltorganisation BUND in der Wesermarsch. Dies sei leider kein Einzelfall. Es gebe viele Beispiele, bei denen ökologisch wertvolle Biotope zur Spielwiese für Motorsägen und Bagger werden. (hei)
