X Diesen Artikel versenden


Absender-E-Mail*
Empfänger-E-Mail*
Nachricht*

szmtag

Stadt hat Leichenhalle verkauft


Nordenham. Die Stadt Nordenham hat die Leichenhalle an der Schillerstraße verkauft. Seit gestern gehört das unter Denkmalschutz stehende Gebäude dem Bestattungsinstitut Abendstille. Für die Öffentlichkeit hat das zur Folge, dass der Museumspark etwas kleiner wird. Der Zugang an der Schillerstraße wird gesperrt. Von Christoph Heilscher


bild vergrößern
Carsten Seyfarth, stellvertretender Verwaltungschef, und Kämmerer Bert Freese freuen sich, dass die Stadt die Leichenhalle verkaufen konnte. Sie ist vom Bestattungsunternehmen Abendstille übernommen worden. Unser Bild zeigt neben den beiden Stadtbediensteten Abendstille-Geschäftsführer Andé Vos und Mitarbeiter Jan Schmitz (von links).

Damit Spaziergänger trotzdem weiterhin einen Rundweg in dem kleinen Park laufen können, wird die Wegführung geändert. Der Weg, der jetzt um die Leichenhalle herumführt, wird vorverlegt und soll künftig vor dem Wall entlanglaufen. Der Wall gehört noch der Stadt Nordenham. Dahinter beginnt seit heute Privatgelände.

André Vos, Geschäftsführer des Bestattungsunternehmens Abendstille, will zum Museumspark hin einen Zaun bauen lassen. An der Schillerstraße soll ein Tor das Areal einfrieden. „Wir müssen das mit Rücksicht auf unsere Trauergäste tun“, erläutert er. Denn zu oft sei es schon passiert, dass freilaufende Hunde durch die Trauergemeinde spaziert sind. Einmal soll sogar ein Hund in der Andachtshalle gestanden haben.

Die Stadt versucht bereits seit einigen Jahren, die Leichenhalle zu verkaufen, um auf diesem Wege einen kleinen Beitrag zur Sanierung der angeschlagenen städtischen Finanzen zu leisten. Als sie 2005 einen ersten Anlauf unternahm, bescherte ihr das bundesweite Schlagzeilen. 100 000 Euro wollte die Stadt seinerzeit erlösen. Doch das Geschäft kam nicht zustande.

Stadt spart Geld

Welchen Betrag der nun realisierte Verkauf für den städtischen Haushalt bringt, mag Kämmerer Bert Freese nicht mitteilen. Er stellt die Entlastung des Haushalts durch eingesparte Ausgaben in den Vordergrund. „Die Leichenhalle hat uns jährlich 5000 bis 10 000 Euro gekostet“, sagt er.

Die Halle kann außer durch Abendstille auch weiterhin durch andere Bestatter genutzt werden. Das ist vertraglich geregelt und sei auch das Ziel seines Unternehmens, sagt André Vos. Abendstille ist bereits das dritte Bestattungsunternehmen in Nordenham mit eigener Andachtshalle. Das Unternehmen wurde 2005 in Abbehausen gegründet und betreibt eine Filiale in Brake.

Das gesamte Ensemble der Leichenhalle und die Zuwegung mit den beschnittenen Eiben stehen unter Denkmalschutz. Die Halle wurde 1905 errichtet und zweimal erweitert, in den 30er und 60er Jahren. André Vos möchte das Gebäude Haus des Abschieds nennen. In einem ersten Schritt sind einfache Renovierungsarbeiten geplant. In einem zweiten Schritt will die Firma östlich der Leichenhalle einen kleinen Parkplatz anlegen.

Die Leichenhalle gehörte wie der gesamte Museumspark einst zum Krankenhaus an der Schulstraße. Auch eine Quarantänestation gab es früher im Park, doch die ist längst abgerissen worden. Mit dem Umzug des Krankenhauses in die neu gebaute Wesermarsch-Klinik fiel die Leichenhalle an die Stadt.

Die Stadt Nordenham hat jetzt rund 2000 Quadratmeter an Abendstille verkauft. Bereits in den 80er Jahren hatte die Stadt einen Teil des Museumspark für die Erweiterung eines Gewerbebetriebes veräußert.

Leichenhalle

Die Leichenhalle wurde um 1905 erbaut. Sie gehörte zum Krankenhaus an der Schulstraße. Seit 2005 versucht die Stadt, die Leichenhalle zu verkaufen. Mit dem gestrigen 1. September hat das Bestattungsunternehmen Abendstille die Halle übernommen. Die Gebäudefläche beträgt 238 Quadratmeter, die verkaufte Grundstücksfläche 2000 Quadratmeter.

Artikel vom 02.09.10 - 06:00 Uhr
| drucken | versenden