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Regatta-Star nach Großensiel geholt


Grossensiel. Er war früher der heimliche Star auf jedem Großensieler Fischmarkt, und auch das Blaue Band der Kreiszeitung, das Jahr für Jahr bei der Kutterregatta in Federwardersiel verliehen wird, hat er schon mehrfach gewonnen: der Kutter „Bianca“. Seit dieser Woche hat er einen neuen Liegeplatz im Großensieler Hafen. Egon Büsing (69) hat ihn ersteigert – und sich damit einen großen Traum erfüllt. Von Timo Kühnemuth


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Im Großensieler Hafen gibt es eine neue Attraktion: den Fischkutter „Bianca“ . Egon Büsing kann es kaum erwarten, mit seinem „großen Fang“ endlich in See zu stechen. Sein Jack Russell Terrier Lucky wird ihn dabei begleiten. Foto tk

„Auf die ,Bianca‘ hatte ich schon lange ein Auge geworfen. Ich war ein wenig in sie verliebt. Dass sie eines Tages mir gehören würde, hätte ich aber nie zu träumen gewagt“, sagt der Fischer, der seit mehr als 50 Jahren zur See fährt. Als er gehört habe, dass der 1974 gebaute Kutter bei einer Zwangsversteigerung unter den Hammer kommt, habe er nicht lange gezögert. „Ich war einer von drei Männern, die geboten haben“, erzählt er. Über den Kaufpreis schweigt er sich aus.

Egon Büsing hat die „Bianca“ nicht nur aus sentimentalen Gründen erworben. Er habe es auch getan, weil er sich den bisherigen Eignern, der Familie des vor drei Jahren verstorbenen Kapitäns Dirk Schmidt, verbunden fühle. Zudem wolle er endlich wieder zur See fahren und das tun, was er fast sein ganzes Leben getan habe: Fische fangen. In den vergangenen Jahren habe er das nicht gekonnt, weil sein bisheriger Kahn, die „Zwei Gebrüder“, dafür nicht mehr geeignet war.

Doch jetzt wird alles besser: „Die ,Bianca‘ ist top gepflegt – und zudem voll seetauglich“, schwärmt Egon Büsing und freut sich über den 15,60 Meter langen und 5,20 Meter breiten „Fang“, den er diese Woche gemacht hat. „Die Kühlung des Lagerraums, in dem die gefangenen Fische landen, ist erst vor wenigen Jahren erneuert worden. Auch die Schwanzwelle ist neu“, hat der Seebär herausgefunden.

Neuen Anlasser eingebaut

Ganz ohne Reparaturen geht es aber nicht: „Ich habe einen neuen Anlasser eingebaut. Auch die Batterien habe ich gewechselt“, sagt er. Zurzeit ist er dabei, die Reling dunkelrot zu streichen. Auch die Taue will er auswechseln, weil es Vorschrift ist und weil er einen zu 100 Prozent einsatzfähigen Kutter haben möchte. „Wenn du auf hoher See eine Panne hast, siehst du alt aus. Dann kannst du nicht mal eben rechts ranfahren“, weiß Egon Büsing.

Bis alle Arbeiten an der 360 PS starken „Bianca“ abgeschlossen sind, werden noch ein bis zwei Monate vergehen, schätzt er. Einsam wird es während dieser Zeit nicht werden. Egon Büsing: „Meine Enkel packen mit an. Außerdem sind schon einige Leute vorbeigekommen, die früher auf der ,Bianca‘ gearbeitet haben oder einfach nur neugierig sind.“

Die Genehmigung, auf Fischfang gehen zu dürfen, habe er schon. „Den Namen des Kutters behalte ich bei. Nur die Kennzeichnung wird geändert. Aus ,FED 9‘ wird ,ROD 5 N‘, wobei ,ROD‘ für Rodenkirchen steht“, erläutert Egon Büsing, der es kaum erwarten kann, mit seinem Traum-Schiff endlich in See zu stechen.


Artikel vom 12.05.12 - 12:00 Uhr
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