
Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK), der bis Jahresende alle 1191 ambulanten Pflegedienste in Niedersachsen unter die Lupe nehmen soll, schaute im Juni bei ihnen vorbei. Die beiden Mitarbeiterinnen waren ausgesprochen freundlich zu uns“, betont Thalke Suhren. Die Frauen hätten nach der Kundenliste des Pflegedienstes gefragt, die damals die Namen von rund 110 Menschen in Nordenham und Butjadingen umfasste.
„Außerdem prüften sie, ob wir alle ärztlich verordneten Leistungen fachgerecht ausgeübt haben. Das kontrollierten sie überwiegend anhand der Pflegedokumentation, die wir für jeden Kunden führen“, erläutert Thalke Suhren. Welche Leistungen nimmt der Kunde in Anspruch? Wie ist sein Allgemeinbefinden? Auch das habe den MDK interessiert.
Im Büro des Pflegedienstes haben die MDK-Mitarbeiterinnen im Anschluss die Patientenakten studiert. „Dabei ging es ihnen vor allem darum, ob wir alles ordnungsgemäß dokumentiert haben. Sie wollten wissen, ob die Prozesse und Strukturen in unserem Haus den Vorschriften entsprechen“, sagt Torsten Suhren, der Diplom-Pflegewirt und Krankenpfleger ist. Nach zehn Stunden hätten die Frauen die Prüfung abgeschlossen.
Erst vor kurzem haben Thalke und Torsten Suhren die Ergebnisse erhalten, die sie demnächst im Internet veröffentlichen wollen. „Der MDK hat uns mit der Gesamtnote 1,7 bewertet. Damit liegen wir über dem Landesdurchschnitt“, sagt Torsten Suhren. Dennoch seien sie mit dem Prüfverfahren nicht hundertprozentig zufrieden. „Die Fachkompetenz unserer Mitarbeiter haben sie so gut wie gar nicht kontrolliert. Es wäre sinnvoll gewesen, den Pflegern bei ihrer Arbeit zuzusehen“, findet Thalke Suhren. Die Benotung sage nichts über die Pflegequalität aus.
In einem Jahr soll es erneut eine Kontrolle geben. Thalke Suhren: „Wir hoffen, dass die Verantwortlichen die Prüfkriterien bis dahin überarbeitet haben.“
