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„Pflege-TÜV neu ausrichten“


Nordenham. Der Pflege-TÜV, der die Wahl des richtigen Heims oder des richtigen Pflegedienstes erleichtern soll, steht bundesweit in der Kritik. Die einen bezeichnen ihn als „pure Augenwischerei“, die anderen halten ihn bestenfalls zur groben Orientierung geeignet. Thalke und Torsten Suhren vom gleichnamigen Nordenhamer Pflegedienst begrüßen die Vergleichshilfe grundsätzlich – sehen aber noch Korrekturbedarf. Von Timo Kühnemuth


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Torsten und Thalke Suhren halten den Pflege-TÜV prinzipiell für sinnvoll. Doch mit den Prüfkriterien sind sie zum Teil nicht einverstanden. Foto: tk

Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK), der bis Jahresende alle 1191 ambulanten Pflegedienste in Niedersachsen unter die Lupe nehmen soll, schaute im Juni bei ihnen vorbei. Die beiden Mitarbeiterinnen waren ausgesprochen freundlich zu uns“, betont Thalke Suhren. Die Frauen hätten nach der Kundenliste des Pflegedienstes gefragt, die damals die Namen von rund 110 Menschen in Nordenham und Butjadingen umfasste.

Sechs Kunden besucht

„Hiervon befanden sich 70 in einer Pflegestufe. Per Zufallsprinzip hat der MDK dann sechs Personen ausgesucht. Wichtig war ihnen hierbei, dass Kunden aller drei Pflegestufen dabei sind.“ Eine der Frauen sei anschließend mit Thalke Suhren und der stellvertretenden Pflegedienstleiterin Mandy Nordholz zu den Ausgewählten gefahren. „Natürlich haben wir die Kunden zuvor gefragt, ob sie damit einverstanden sind“, sagt die Pflegedienstleiterin. Unter anderem hätte sich die MDK-Mitarbeiterin nach der Patientenzufriedenheit erkundigt – und sich hierbei strikt an ihren Kriterienkatalog gehalten.

„Außerdem prüften sie, ob wir alle ärztlich verordneten Leistungen fachgerecht ausgeübt haben. Das kontrollierten sie überwiegend anhand der Pflegedokumentation, die wir für jeden Kunden führen“, erläutert Thalke Suhren. Welche Leistungen nimmt der Kunde in Anspruch? Wie ist sein Allgemeinbefinden? Auch das habe den MDK interessiert.

Im Büro des Pflegedienstes haben die MDK-Mitarbeiterinnen im Anschluss die Patientenakten studiert. „Dabei ging es ihnen vor allem darum, ob wir alles ordnungsgemäß dokumentiert haben. Sie wollten wissen, ob die Prozesse und Strukturen in unserem Haus den Vorschriften entsprechen“, sagt Torsten Suhren, der Diplom-Pflegewirt und Krankenpfleger ist. Nach zehn Stunden hätten die Frauen die Prüfung abgeschlossen.

Erst vor kurzem haben Thalke und Torsten Suhren die Ergebnisse erhalten, die sie demnächst im Internet veröffentlichen wollen. „Der MDK hat uns mit der Gesamtnote 1,7 bewertet. Damit liegen wir über dem Landesdurchschnitt“, sagt Torsten Suhren. Dennoch seien sie mit dem Prüfverfahren nicht hundertprozentig zufrieden. „Die Fachkompetenz unserer Mitarbeiter haben sie so gut wie gar nicht kontrolliert. Es wäre sinnvoll gewesen, den Pflegern bei ihrer Arbeit zuzusehen“, findet Thalke Suhren. Die Benotung sage nichts über die Pflegequalität aus.

Ergebnisse zu ungenau

Außerdem seien die Bewertungskriterien zu statisch. „Bei 50 bis 60 Prozent der überprüften Kriterien kann der Pflegedienst nur mit gut oder schlecht abschließen. Dazwischen gibt es nichts“, sagt Torsten Suhren. Darüber hinaus hätte er sich gewünscht, dass der MDK mehr Kunden überprüft – um ein exakteres Ergebnis zu erhalten.

In einem Jahr soll es erneut eine Kontrolle geben. Thalke Suhren: „Wir hoffen, dass die Verantwortlichen die Prüfkriterien bis dahin überarbeitet haben.“

Artikel vom 10.09.10 - 06:00 Uhr
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