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Per Cruiser lässig zum Fischbrötchen


Nordenham. Radfahren ist eine Sache. Cruisen eine ganz andere. Wer cruist, hat es nicht eilig – und kein ganz normales Fahrrad. Lang gezogene Rahmen, breite Reifen, riesige Lenker, besondere Pedale und Zubehör vom Werkzeugkästchen bis zur Getränkeaufbewahrung bestimmen das Bild. Am Sonnabend waren rund 50 Cruiser auf dem Marktplatz und später unterwegs nach Fedderwardersiel zu sehen. Von Ellen Reim


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Nicht schnell, aber cool : Chris aus München hat seit sieben Jahren das Cruisen zum Hobby gemacht. Fotos: er

Zur „letzten Cruise vor Helgoland“ hatte Heiko Bahlmann über das Internet eingeladen. Die Gäste kamen aus allen Ecken Deutschlands. „Wir Cruiser sind Individualisten, aber wir sind gern in Rudeln unterwegs“, sagt der Nordenhamer Organisator.

Ausgefallen soll es sein

Und so versammeln sich schon am Freitag die ersten Gäste in Nordenham. Sie haben alle ihre individuell gestalteten Zweiräder dabei. „Zum Teil handelt es sich um Eigenbauten, zum Teil um Räder, die customized sind“, erklärt Heiko Bahlmann. „Customized“ bedeutet: nach eigenem Geschmack umgebaut und verändert. 144 Speichen pro Rad, Bereifung in besonderen Farben, tolle Lackierungen – beim Cruisen ist alles erlaubt, Hauptsache, es entspricht dem Geschmack des Besitzers. Viele der Gefährte erinnern in der Aufmachung an coole Motorräder.

Am Sonnabendvormittag sammeln sich dann diejenigen, die bereits seit Freitag miteinander fachsimpeln und feiern, ebenso wie diejenigen, die direkt zur Fahrt anreisen. Kurz nach 13 Uhr geht es los nach Fedderwardersiel – Fischbrötchen essen.

„Ich will einen ganzen Blauwal auf Brötchen“, sagt Chris. Er dürfte der Teilnehmer mit der weitesten Anreise sein: Aus München kommt der 22-jährige Student der Druck- und Medientechnik. Warum er bis nach Nordenham gereist ist? „Ein Freund kennt Heiko persönlich. Er hat mich ab Würzburg mitgenommen.“

Chris fährt oft und bei jedem Wetter, und das seit sieben Jahren. „Da geht Geld rein, aber es lohnt sich auch“, erklärt er. Vor allem gefällt ihm der gesellige Aspekt des Treffens – das eine oder andere Bierchen nicht ausgeschlossen.

So wie Chris sehen es auch die anderen Teilnehmer. Viele von ihnen tragen stolz Clubabzeichen. Da sind Vertreter der Drei-Inch-Mafia, der auch Heiko Bahlmann angehört. „Drei Inch steht für die Reifenbreite“, sagt er. Die Jungs von den Peace City Pedals kommen aus Osnabrück.

Ganz gemächlich geht es nach Fedderwardersiel und wieder zurück. Abends wird gefeiert. Und einige verabreden sich schon fürs nächste Treffen irgendwo in Deutschland.

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Hektik ist den Teilnehmern fremd, gute Laune nicht. Vor der Abfahrt bewundern sie die Zweiräder der anderen Gäste.
Artikel vom 19.04.10 - 06:00 Uhr
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