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Noch nie so viele Füchse in der Stadt

Nordenham. Von Jahr zu Jahr nimmt die Zahl der Füchse in Nordenham zu – trotz intensiver Bejagung. Die Jäger des Hegerings Nordenham haben im zurückliegenden Jahr 43 Füchse erlegt, sechs wurden Opfer des Straßenverkehrs. Die Zahl von 49 zur Strecke gebrachten Füchsen bedeutet einen Rekord für die Unterweserstadt.

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Für 50-jährige Mitgliedschaft im Hegering hat Hegeringleiter Jörg Hullmann (rechts) Werner Kuck ausgezeichnet. Foto: diek

Viele Füchse bedeuten, dass viele Wiesenvögel ihre Jungen nicht erfolgreich großziehen können. Eier und Küken dienen den Raubtieren als Nahrung. Um dem entgegenzuwirken, stand dem Hegering im Rahmen des Wiesenvogelschutzprojektes Stollhammer Wisch ein Berufsjäger der Landesjägerschaft als fachkundiger Berater zur Seite.

Gänse gejagt

Die Mitglieder des Hegerings trafen sich jetzt zur Jahreshauptversammlung. Dem Hegering gehören 36 Vollmitglieder, 4 Gastmitglieder und 3 passive Mitglieder an. Vorsitzender ist Jörg Hullmann. Trotz des Jagddrucks auf den Fuchs sei der Bestand nicht gesunken, erläuterte er. Die Jäger hoffen, dass wenigstens der Zuwachs erlegt werden konnte.

Der Fuchs hat sich in der gesamten Wesermarsch in den vergangenen Jahren stark ausgebreitet. Zum einen sind die Fuchsbestände bundesweit sehr stark, zum anderen hat die Veränderung der Landschaft zu dieser Entwicklung beigetragen. Insbesondere in Nordenham findet der Fuchs im Stadtwald, in den Seenparkgebieten und Industriebrachen ideale Lebensbedingungen.

Viele Füchse sind nicht nur der Wiesenvögel sondern auch des Hasen Tod. Mehrere nächtliche Scheinwerferzählungen hatten ergeben, dass der Hasenbesatz sehr niedrig war, weshalb die Jäger die Tiere schonend bejagten. Bei 74 erlegten Hasen gab es 26 Stück Fallwild.

Außer den Füchsen nimmt auch das Rehwild in Nordenham ständig zu. Rehe sind im vergangenen Jahr bereits im Gärten im Stadtsüden gesichtet worden. Ein Rehbock hält sich regelmäßig im Kleingartengelände beim ESV-Heim auf. Auch die Zahl der zu Tode gekommenen Rehe war so hoch wie noch nie beim Hegering. Zehn Tiere wurden geschossen, zehn starben im Verkehr.

Der Streckenbericht weist noch folgende erlegte Tiere auf: Wildkaninchen 31 (1 Fallwild), Steinmarder 4 (1), Mauswiesel 2, Fasan 11 (1), Ringeltauben 10, Graugänse 83 (10), Blessgänse 13 (1), Stockenten 37 (7), Pfeifenten 2, Elstern 21, Kormorane 3, Rabenkrähen 110 und Höckerschwäne 5. Die Erlegung der Höckerschwäne sei notwendig gewesen, um sie von landwirtschaftlichen Getreidekulturen zu vergrämen, erläuterte Jörg Hullmann.

Der Wildacker mit Raps, Kohl und Rüben, den die Jäger im vergangenen Jahr am Sandinger Weg angelegt hatten, kam dem Niederwild in diesem langen Winter gerade recht. Der Vorsitzende forderte die Revierpächter auf, flächendeckend weitere kleinere Wildäcker anzupflanzen, um für das Niederwild bessere Lebensbedingungen zu schaffen.

Über aktuelle jagdpolitische Themen berichtete der Kreisjägermeister Eckard Busch. Er forderte die Jagdfreunde auf, beim Wiesenvogelschutzprojekt Stollhammer Wisch nicht nachzulassen. Die Bejagung der Rabenkrähen sollte intensiviert werden, betonte er. Jährlich sollten im Gebiet des Hegerings Nordenham 300 Rabenkrähen geschossen werden, weil sie den Wiesenbrütern sehr schaden, sagte er.

Treuenadel für Werner Kuck

Der Schießobmann des Hegerings berichtete, dass an den wöchentlichen Schießabenden im Durchschnitt sieben Mitglieder teilgenommen hatten. Um die Kosten zu decken, müssten es neun sein, sagte Frerk Riesebieter. Das Dienstagsschießen findet jetzt ab 19 Uhr in Abbehausen inzwischen in Abbehausen statt, jeweils ab 19 Uhr. Die Wahl des stellvertretenden Schießobmanns fiel an diesem Abend auf Stefan Maas.

Außerdem stand eine Ehrung auf der Tagesordnung. Hegeringleiter Jörg Hullmann bedankte sich bei Werner Kuck mit der goldenen Treuenadel des Deutschen Jagdschutzverbandes und einer Urkunde für 50-jährige Mitgliedschaft. (diek/hei)

Siehe auch Seite 15

Artikel vom 10.03.10 - 06:00 Uhr
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