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Neuer Deckel über alter Kanzel


Atens. Im Jahr 1774 wurde er letztmalig in einer Inventarliste erwähnt. Danach verliert sich die Spur. Wo der Kanzeldeckel der St.-Marien-Kirche in Atens geblieben ist, konnte nie geklärt werden. Erst jetzt, nach 238 Jahren, ist das Gotteshaus wieder komplett. Der Kirchbauverein hat für rund 16 000 Euro eine Replik anfertigen lassen. Von Timo Kühnemuth


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Pastor Hartwig Dede zeigt auf den neuen Schalldeckel , der seit Montag über der Kanzel thront. Als Vorbild diente einen Kanzelhimmel aus Pakens bei Hooksiel. Foto tk

„Die Idee, über der Kanzel wieder einen Schalldeckel anzubringen, gab es schon seit Jahren“, weiß Pastor Hartwig Dede, zugleich Vorsitzender des Kirchbauvereins. Doch erst im Jahr 2010 habe der Verein das Projekt tatsächlich in Angriff genommen.

Die Hälfte der Kosten, rund 8000 Euro, hat der Kirchbauverein selbst aufbringen können. „Die andere Hälfte mussten wir durch Spenden finanzieren“, erläutert Hartwig Dede. Mit der Kulturstiftung Nordenham, der Jade-Wirtschaftsraum-Regionalstiftung und der Kirchbaustiftung der Landeskirche habe man drei Geldgeber gefunden, die größere Summen bereitstellten.

Die Finanzierung war somit gesichert. Doch es gab noch ein anderes Problem. Hartwig Dede: „Vom ursprünglichen Kanzeldeckel ist keine Zeichnung erhalten. Niemand weiß, wie er genau aussah“, erläutert er. Auch mit der Hilfe von Diplom-Ingenieur Achim Knöfel vom Oberkirchenrat Oldenburg habe man eine Lösung gefunden. „In Pakens bei Hooksiel gibt es eine Kanzel, die der unsrigen ähnelt. An deren Deckel haben wir uns orientieren können“, sagt der Pastor.

Das Oldenburger Architektenbüro Angelis und Partner hat dann die notwendigen Skizzen erstellt. „Es war gar nicht so einfach, den neuen Deckel zu entwerfen. Er durfte weder zu klein noch zu groß werden. Farblich musste er zu der Kanzel und dem Altar in der Kirche passen“, sagt Hartwig Dede. Der Tischler Arno Eichholz aus dem ostfriesischen Großefehn, auf solche Arbeiten spezialisiert, fertigte den Eichenholz-Korpus an. Die Restauratorin Sybille Popken aus Moorriem kümmerte sich um den Feinschliff und trug die vielen Farbschichten auf.

Seit Wochenbeginn hängt der neue Kanzelhimmel an seinem Platz. Von unten ist er mit einer goldenen Sonne versehen, an den Seiten sind, ähnlich wie bei der Kanzel, Edelstein-Imitate zu sehen. Außerdem ziert ein Bibelspruch aus dem Buch Nehemia, Kapitel 8, die Neuanschaffung: „Die Freude am Herrn ist eure Stärke“.

Pfarrer Hartwig Dede, der allen Sponsoren, dem Kirchbauverein, dem Gemeindekirchenrat und der Kirchengemeinde für die tatkräftige Unterstützung dankt, hält den Kanzeldeckel für äußerst gelungen. Er werde Gottesdiensten zukünftig einen noch würdevolleren Rahmen geben. „Schließlich ist eine Predigt ja kein Vortrag, sondern die Verkündung von Gottes Wort.“


Gottesdienst geplant

Der neue Kanzeldeckel wird am Sonnabend, 11. Februar, 17 Uhr, mit einem Gottesdienst gefeiert. Es spielt die Gruppe Quintessence aus Oldenburg. Anschließend gibt es einen Empfang im Gemeindehaus.

Artikel vom 08.02.12 - 12:00 Uhr
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