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Mit der Faust ein Brett kaputt gehauen

Nordenham. Schreie gellen durch die Turnhalle des Nordenhamer Gymnasiums. Es sind Kinderschreie. Und würde man die Gesichter der Jungen und Mädchen, die sich am Boden wälzen, nicht sehen, könnte man sie für Schmerzensschreie halten. Aber zum Glück lachen die Kinder und haben Spaß. Sie lernen gerade asiatische Kampfkünste.

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Siegmar Schönherr (schwarzes T-Shirt) zeigt den Kindern, wie sie sich aus einem Judo-Griff befreien. Foto: flo

Die Jungen und Mädchen sind Teilnehmer des Julius-Leseclubs, den die Stadtbücherei in den Sommerferien anbietet. 100 Bücher hatte eine Fachjury vor den Ferien ausgewählt, von denen die Teilnehmer in den Sommerferien möglichst viele lesen sollen. „Eines der Bücher heißt ‚Samurai‘. Darin geht es um die japanischen Ritter und Schwertkämpfer. Da habe ich gedacht, dass eine Einführung in die asiatische Kampfkunst gut passt“, erklärt Bibliothekarin Ulrike Schönherr. Und den passenden Lehrer dafür hatte sie auch gleich parat: ihren Bruder Siegmar Schönherr.

Der 24-Jährige aus Dresden hat früher Handball gespielt, ist seit vielen Jahren aber schon Anhänger der asiatischen Kampfkünste. „Karate, Jiu-Jitsu, Aikido und Judo bringe ich den Kindern heute bei“, erzählt er. Im Gegensatz zu Kampfsportarten wie Kickboxen, wo es darum geht, den Gegner zu besiegen, geht es bei den Kampfkünsten auch immer darum, gegen sich selbst zu kämpfen“, erläutert Siegmar Schönherr.

Kauern im Liegestütz

Dann ruft er die Kinder wieder zusammen und erklärt die nächste Übung. Im Liegestütz kauern jeweils zwei der kleinen Lese- und Sportfreunde Nase an Nase gegenüber. „Jetzt versucht ihr, dem Gegenüber eine der Hände wegzuschlagen“, weist der Karate-Trainer an. Sofort bricht großes Gelächter aus, denn wer eine Hand vom Boden verliert, landet unfreiwillig auf dem Bauch.

Nach einer kurzen Pause vermittelt der Sachse den Nordenhamer Kindern Würfe und Griffe zur Selbstverteidigung. „Wenn ihr auf dem Boden liegt und jemand setzt sich auf euch drauf, könnt ihr euch mit einer Rolle befreien“, sagt Siegmar Schönherr und demonstriert die Lektion. Dann der Höhepunkt: Die Jungen und Mädchen lernen, mit einem Faustschlag ein Brett zu zerteilen. Zwar hat das Modell, dass der Trainer mitgebracht hat, eine Sollbruchstelle, aber so einfach ist es dann für einige Kinder doch nicht. „Das kann man auch nicht gleich beim ersten Mal“, beruhigt Siegmar Schönherr.

Heute Fahrradtour

Bereits heute um 14 Uhr treffen sich die Julius-Club-Mitglieder ein weiteres Mal. Dann geht es von der Stadtbücherei aus auf eine Fahrradtour mit Übernachtung auf der Kinder- und Jugendfarm im Seenpark-Gelände. (flo)

www.julius-club.de

Mitglieder des Julius-Clubs lernen asiatische Kampfkunst kennen – Bruder der Bibliothekarin leitet Übung

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Für die Selbstverteidigung ist es gut, wenn man sich wehren kann. Siegmar Schönherr (2. von rechts) verrät, wo der Griff richtig angesetzt wird.
Artikel vom 30.07.10 - 06:00 Uhr
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