
Die Stellungnahme des Landesrechnungshofs und ein Prüfauftrag des Verwaltungsmodernisierers der Landersregierung hatten für Aufregung insbesondere in den kleineren Ämtern gesorgt. Untersucht wird, ob die Zahl der Finanzämter halbiert und die Oberfinanzdierektion abgeschafft werden kann.
In der niedersäschischen Finanzverwaltung sind 12 000 Mitarbeiter beschäftigt. Es gibt insgesamt 67 Finanzämter, von denen zehn für Sonderaufgaben zuständig sind.
„Durch eine Zusammenlegung wird die Arbeit ja nicht weniger. Einzusparen wären allenfalls einige Führungsstellen“, betonte Hartmut Möllring gestern. Aus seiner Sicht gibt es keinen Handlungsbedarf, an der Struktur der Finanzbehörden in Niedersachsen etwas zu verändern. Ein Umbau führe nur zu Stress und bedeute keinen Gewinn. „Ich könnte hier einem Auszubildenden die Wette anbieten, dass er am Nordenhamer Finanzamt in Ruhestand gehen kann“, sagte der Minister.
Erleichtert zeigte sich nach den Aussagen Hartmut Möllrings auch der Personalratsvorsitzende Helmut Mayer. „Der Minister hat uns unsere Sorgen genommen“, betonte er.
Der Besuch des Finanzministers im Nordenhamer Finanzamt hatte mit der aktuellen Diskussion nichts zu tun. Es sei ein Routinebesuch, der vor einem guten Vierteljahr vereinbart worden sei, betonte der Politiker. Zuletzt hatte der Minister das Nordenhamer Amt im Jahr 2002 besucht.
Hartmut Möllring nutzte den Abstecher nach Nordenham, um mit den Mitarbeitern über die Arbeit vor Ort zu sprechen. Dabei wurde auch deutlich, dass das Nordenhamer Finanzamt sehr publikumsnah arbeitet. So suchen laut Finanzamt jährlich rund 8000 Bürger die Behörde an der Walther-Rathenau-Straße mit einem Steueranliegen auf. Dieser Service in der Fläche wolle er aufrecht erhalten, betonte der Minister: „Niedersachsen ist ein Flächenland. Dem müssen wir Rechnung tragen.“ (hei)
