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Midgard schlägt Autos um


Nordenham. Anwohnern des Mittelwegs war es zuerst aufgefallen. Etwas war anders als sonst. Lkw-Verkehr sind sie gewohnt. Aber Tieflader mit Pkw nicht. Und dann auch noch einer nach dem anderen. Eine Nachfrage bei Rhenus Midgard hat das Rätsel gelöst. Im Hafen werden heute über 1000 Gebrauchtwagen an Bord des Autofrachters „CSCC Tianjin“ verladen. „Wir hoffen auf ein neues Geschäft“, sagt Uwe Oppitz, Niederlassungsleiter der Midgard in Nordenham. Von Christoph heilscher


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Ein Tieflader nach dem anderen ist in den vergangenen Tagen, vollgepackt mit gebrauchten Pkw, auf das Midgard-Gelände gefahren.

Die Autos stammen aus ganz Deutschland, überwiegend aus Nordrhein-Westfalen. Ihr Bestimmungsort ist Libyen. Von Nordenham aus werden sie in die libysche Hafenstadt Misurata verschifft. „Der Reeder, der mit uns zusammenarbeitet, beliefert im Wesentlichen den Nahen Osten sowie Nord- und Westafrika“, erläutert Uwe Oppitz. „Die Fahrzeuge sind in einem guten Zustand“, fährt er fort. „Das sind zulassungsfähige Gebrauchtwagen. Das ist kein Schrott.“

Die Verladung an der Nordenhamer Midgard-Pier ist für beide Seiten ein Versuch. Wenn der Hafenbetrieb und der Reeder längerfristig ins Geschäft kommen, sollen die Pkw am Einswarder RoRo-Anleger verladen werden.

Zwar verfügt auch der Nordenhamer Hafen über eine RoRo-Vorrichtung, aber das Hauptgeschäft ist bekanntlich der Kohleumschlag. „Kohle und Autos, das passt längerfristig nicht gut zusammen“, macht Uwe Oppitz deutlich. Allein schon aus Gründen der Verkehrssicherheit.

In Einswarden dagegen habe die Midgard optimale Umschlagsmöglichkeiten und auch genügend Stellflächen für die Wagen, erklärt der Niederlassungsleiter. Schon seit Jahren bemüht sich Rhenus Midgard um zusätzliche Geschäfte für den Hafen im Stadtnorden. Der ist nicht annähernd ausgelastet. Über den RoRo-Anleger werden Flugzeugschalen und -Rumpfteile von Premium Aerotec verschifft, während die ehemalige Asbestos-Pier nur gelegentlich von Erzfrachtern angesteuert wird.

Zu den diversen Geschäftsmodellen, die die Midgard geprüft hat, gehörte auch der Umschlag von Autos. Die Idee: Pkw nach Russland bringen und Holz zurücknehmen. Doch aus all dem ist nichts geworden. Nun allerdings schienen die Perspektiven besser zu sein. Wenn sich Midgard und Reeder einig werden, sollen einmal monatlich jeweils rund 1000 Gebraucht-Pkw in Einswarden verladen werden.

Der Reeder, mit dem die Midgard kooperieren möchte, stammt aus dem Ruhrgebiet. Er ist weltweit im Handel mit Gebrauchtwagen tätig und sucht einen Hafen, mit dem er langfristig zusammenarbeiten kann. „Das wären wir gerne“, sagt Uwe Oppitz.

1000 Autos sind schnell verladen. „Eineinhalb bis zwei Schichten sind dafür erforderlich. Mehr nicht“, sagt Uwe Oppitz. Auf den Frachter gefahren werden sie von Mitarbeitern einer Spezialfirma. 30 Fahrer werden zu diesem Zweck heute auf dem Midgard-Gelände erwartet.

Rhenus Midgard

Rhenus Midgard beschäftigt im Nordenhamer und Blexer Hafenbetrieb, ohne Sägewerk und zentrale Verwaltung, gut 100 Mitarbeiter. Hauptumschlagsgut ist Kohle. Jährlich werden im Stadthafen der Midgard rund 2 Millionen Tonnen Kohle verladen.


Artikel vom 20.07.12 - 12:00 Uhr
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