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Konfirmation hoch im Kurs


Wesermarsch. Seit Anfang des Monats vergeht kein Sonntag, an dem nicht in mehreren Kirchen der Wesermarsch Jungen und Mädchen konfirmiert werden. Mehr als 450 sind es allein im Verbreitungsgebiet der Kreiszeitung. Und das ist ungewöhnlich, denn im Gegensatz zum Bundestrend ist die Konfirmation im Weser-Ems-Land bei Jugendlichen weiter angesagt. Von Frank Lorenz


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Allein im Verbreitungsgebiet der Kreiszeitung Wesermarsch werden in diesem Jahr 450 Mädchen und Jungen konfirmiert. Foto dpa

Diese Erfahrung hat auch Meike Wendt gemacht. Die Pastorin aus der Gemeinde Friesoythe ist landeskirchliche Beauftragte für die Konfirmandenarbeit in der evangelisch-lutherischen Kirche Oldenburg. „Die Konfirmation steht hoch im Kurs. Es gibt in der evangelischen Kirche keine Veranstaltung, die sich so einer Massenbewegung erfreut“, sagt sie.

In der Region komme hinzu, dass es eine recht stabile Situation gebe. „In Städten wie Wilhelmshaven und Delmenhorst nimmt die Einwohnerzahl ab, in Südoldenburg steigt sie. Das gleicht sich dann aus.“ Und trotz des demografischen Wandels entscheide sich laut einer 2009 von der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) in Auftrag gegebenen Studie ein Drittel jedes Jahrgangs für die Konfirmation.

Familientraditionen

„Die Jugendlichen sind nicht besonders scharf auf die Zehn Gebote oder das Vaterunser. Sie wollen den Segen empfangen und ein schönes Fest feiern“, erläutert die Konfirmandenbeauftragte. Dafür investierten die Jungen und Mädchen und deren Familien Mühen, Fleiß und Geld. „Daran ändert sich nichts. Es gibt Traditionen, an denen in den meisten Familien festgehalten wird“, meint Meike Wendt. Und die Familien bevölkerten in der Zeit zwischen Palmsonntag und Pfingstsonntag die Kirchen äußerst zahlreich.

Allerdings stößt die Gestaltung der Gottesdienste bei den Jugendlichen in der Region auf Kritik. „Die Umfrage von 2009 hat ergeben, dass in der Oldenburgischen Landeskirche besonders viele Konfirmanden die Gottesdienste als langweilig ansehen“, sagt Meike Wendt. Das habe dazu geführt, dass die Pastoren nun häufiger versuchten, im Gottesdienst die Perspektive der Jugendlichen einzunehmen. „Man muss eine Form finden, die sowohl den älteren, als auch den jüngeren Kirchgängern gerecht wird“, meint Meike Wendt.

Weiter in der Kirche aktiv

Dabei helfen den Pastoren Jugendliche nach ihrer Konfirmation. „Aus der Studie ging auch hervor, dass bei uns außergewöhnlich viele Konfirmierte in der Kirchenarbeit weitermachen und sich beispielsweise zum Jugendleiter ausbilden lassen“, sagt Meike Wendt. Auch das sei ein Ergebnis der Umfrage unter den Konfirmanden gewesen: „Wo Menschen ernsthaft beteiligt werden, da bewegt sich etwas.“

Konfirmation

Confirmatio bedeutet so viel wie „befestigen“. Konfirmanden befestigen ihren Glauben und ihre Taufe. Sie bestätigen das Versprechen, das zunächst Eltern und Paten bei der Taufe als Kind gegeben haben. Das geschieht im Gottesdienst zur Konfirmation. Dem geht der Unterricht in der Gemeinde voraus, in dem wichtige Grundkenntnisse der Bibel und des Glaubens vermittelt werden. Meist werden Mädchen und Jungen zwischen 12 und 14 Jahren zum „Konfi-Unterricht“ eingeladen. Sie lernen in der Gruppe das Gemeindeleben und den Gottesdienst besser kennen, erleben christliche Gemeinschaft auf Freizeiten oder in Praktika.

Artikel vom 19.04.12 - 12:00 Uhr
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