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Hunger in Mali: Brücke bittet um Hilfe

Nordenham. Wenn Peter Dirichs am 23. Februar zu einer weiteren Reise nach Mali aufbricht, dann wird er ein Land besuchen, das vor großen Problemen steht. In Mali ist, wie in allen anderen westafrikanischen Staaten des Sahel auch, die letzte Ernte weitgehend ausgefallen. Das Land steht vor einer Hungersnot. Deshalb bittet die Gruppe Brücke Nordenham-Kayes um Unterstützung für die betroffenen Menschen in den Projektdörfern.

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Kaum ist die Hungersnot in den ostafrikanischen Sahel-Staaten überwunden, da leiden in Menschen in Westafrika unter dem Ausfall der Ernte. Die Hilfsorganisation Misereor befürchtet eine Hungerkatastrophe. Die Gruppe Brücke Nordenham-Kayes bittet um Spenden. Foto dpa

Seit über zehn Jahren bestehen enge Bindungen zwischen Nordenham und mehreren Dörfern in der Region Kayes im Westen Malis. Mit Nordenhamer Spendengeld sind dort bereits fünf Schulen und fünf Gesundheitszentren gebaut worden. Das fünfte wird Ende Februar eingeweiht. Deshalb reist Peter Dirichs, Vorsitzender der Brücke Nordenham-Kayes, in zwei Wochen nach Mali. Darüber hinaus sind Nähwerkstätten und Getreidespeicher errichtet, Brunnen gebohrt und Gärten angelegt worden.

Hunger ist für die Menschen in Mali ein immer wiederkehrender Begleiter. Das fiel auch den Nordenhamer Besuchern auf, die in das westafrikanische Land gereist sind. Doch so schlimm, wie es in diesem Jahr zu werden droht, war es zuletzt in den 1980er Jahren.

Hilfsorganisation wie Misereor werfen der internationalen Gemeinschaft vor, zu spät zu reagieren und die gleichen Fehler zu wiederholen wie bei der Hungerkatastrophe in Ostafrika im vergangenen Jahr. Misereor-Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon: „Wir wissen seit Monaten, dass es in Westafrika nicht zuletzt durch die Folgen des Klimawandels immer wieder zu bedrohlichen Trockenzeiten kommen kann und dass sich in mehreren Ländern die Nahrungsmittelkrise dramatisch zuspitzt. Deshalb ist es völlig unverständlich, dass die Völkergemeinschaft erneut so viel Zeit benötigt, um zu helfen.“

Die Sahelzone ist klimatisch geprägt vom Wechselspiel von Trockenzeit und Regenzeit. Fast alle Menschen in Mali leben von der Landwirtschaft. Sie sind darauf angewiesen, dass es ausreichend regnet, damit die Hirse auf den Feldern gedeiht. „Die letzte Hirseernte ist verdorrt“, weiß Peter Dirichs. Und auch die Reis-ernte ist viel schlechter ausgefallen, weil der Niger nicht genug Wasser führt, um die Reisfelder im Binnendelta dieses Flusses zu bewässern. Leidtragend sind ebenfalls die Nomaden, die mit ihren Herden durch den Sahel ziehen. Die Tiere finden nicht genügend Gras.

Insbesondere die Menschen in den Dörfern seien betroffen, weiß Bandiougou Niakaté, Chef der malischen Hilfsorganisation Solisa, mit der die Brücke Nordenham-Kayes seit Jahren erfolgreich zusammenarbeitet. Deshalb will die Brücke diesen Menschen helfen.

Nicht nur die Ernte ist ausgefallen. Aufgrund der stark gestiegenen Getreidepreise seien die Menschen auch nicht in der Lage, ausreichend Nahrungsmittel dazuzukaufen, betont Peter Dirichs. Deshalb hofft der Vorsitzende der Brücke Nordenham-Kayes auf die Spendenbereitschaft der Nordenhamer. (hei)

Hungerhilfe

Die Brücke Nordenham-Kayes hat bereits 5000 Euro zum Ankauf von Lebensmitteln nach Mali überwiesen und hofft auf Spenden aus der Bevölkerung. Das Konto: Oldenburgische Landesbank, Kontonummer 980 504 2001, Bankleitzahl 280 200 50; Stichwort Hungerhilfe.

www.bruecke-nordenham-kayes.de


Artikel vom 07.02.12 - 12:00 Uhr
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