Bei Premium Aerotec, den Norddeutschen Seekabelwerken, ATB, NKT und Eaton sowie bei Leoni in Brake verließen etliche hundert Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz vorzeitig, um damit den Tarifforderungen der IG Metall Nachdruck zu verleihen. Die von den Arbeitgebern angebotenen 3 Prozent mit einer Laufzeit von 14 Monaten seien viel zu wenig, kritisierte vor dem Werkstor von Premium Aerotec Ralf Bremer, Leiter des gewerkschaftlichen Vertrauenskörpers in dem Flugzeugwerk. Metaller mit Gewerkschaftsfahnen und Trillerpfeifen bildeten die Kulisse.
Die IG Metall fordert 6,5 Prozent. Aber nicht nur das. Die Gewerkschaft möchte die unbefristete Übernahme aller Auszubildenden durchsetzen und will beim Thema Leiharbeit mehr Mitbestimmung für die Arbeitnehmervertreter.
Leiharbeit ist auch bei Premium Aerotec ein großes Thema. 470 Leiharbeiter seien derzeit in dem Betrieb beschäftigt, sagte Ralf Bremer. Eine ganze Reihe schon seit fünf oder sechs Jahren. Das habe nichts mehr mit Leiharbeit zu tun. Auch diesen Kollegen müsse endlich ein unbefristeter Job bei Premium Aerotec geboten werden, forderte Ralf Bremer. Die IG Metall will die Dauer der Leiharbeit begrenzen, und sie will konkrete Mitbestimmungsmöglichkeiten der Betriebsräte beim Einsatz von Leiharbeitern.
Die Lohnforderung in Höhe von 6,5 Prozent bezeichnete Ralf Bremer als realistisch. Die Metall- und Elektroindustrie habe zuletzt so viel verdient, dass es nun Zeit sei für einen spürbaren Lohnaufschlag. Es könne nicht angehen, dass sich nur die Shareholder bedienen. In der kommenden Woche will die IG Metall ihre Aktionen fortsetzen. (hei)
