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Gelungene Hommage an ein musikalisches Genie

Nordenham. Für Jimi-Hendrix-Fans war es ein spannender Abend, und für alle anderen, die sich für die Musik der 60er Jahre interessieren, ebenso. Anlässlich des 40. Todestages des Gitarrengenies haben vier Musiker aus der Region in der Jahnhalle überzeugend ein Hendrix-Programm präsentiert. Der Abend hätte ein größeres Publikum verdient gehabt. Von Christoph Heilscher

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Die Musiker des Villanova Junction Projekts haben Jimi Hendrix gut studiert. Unser Bild zeigt (von links) Florian Rommerskirchen, Emilia Grünfeld, Detlef Extra und Tilman Kiersch. Foto: hei

Aber in Nordenham ist es ja oft so, dass sich die Menschen etwas Zeit lassen, bevor sie kommen. Weniger als hundert waren es im ersten Anlauf. Einen zweiten Versuch auch in der Unterweserstadt hätte das Projekt verdient – ganz unabhängig vom nächsten Todestag des großen Musikers.

Jimi Joplin

Gespannt sein durfte man auf die Spaltung des Jimi Hendrix in zwei Personen. Florian Rommerskirchen übernahm den schwierigen Gitarrenpart sehr solide, während Emilia Grünfeld sang. Kann eine Frau Hendrix singen? Mit dieser Stimme ja. Dunkel und kräftig kommen die Töne, und auch wenn man sie sich in einem Janis-Joplin-Programm noch besser vorstellen kann, so hat es doch gepasst. Tilman Kiersch zupfte seinen Bass souverän. Die eigentliche musikalische Entdeckung des Abends war allerdings Schlagzeuger Detlef Extra, dessen leidenschaftliche Energie ansteckend war.

Das gute Zusammenspiel des Quartetts machte auch deutlich, dass es nicht fair ist, die Musik der Jimi Hendrix Experience allein auf Hendrix zu reduzieren. Hendrix hatte mit Schlagzeuger Mitch Mitchell und Bassist Noel Redding exzellente Begleiter.

Das unter dem Namen Villanova Junction Projekt auftretende Ensemble – „Villanova Junction“ ist ein Hendrix-Titel – hatte alle ganz großen Hits des Virtuosen im Programm: von „Hey Joe“ bis „All along the watchtower“, eine Dylan-Komposition, von „The wind cries Mary“ bis „Purple Haze“ und „Voodoo Child“.

Birgit Glückselig und Rolf Wilkens vom Theater Fatale banden die Musik mit ihrer Lesung ein in die Lebensgeschichte des Jimi Hendrix (1942 - 1970). Als unbekannter Rhythm-and-Blues-Musiker war er 1966 aus den USA ins Swinging London gekommen. Mit „Hey Joe“ wurde Hendrix 1967 zum Star.

Ein Mann wird verheizt

Hendrix lebte wie eine Kerze, die an beiden Enden brennt – so wie seine Musik klingt. Studio, Konzertreisen, Studio – bald kamen Drogen hinzu. Sein Management hetzte ihn von Termin zu Termin. Jimi Hendrix wurde verheizt. Er starb am 18. September 1970 in London im Alter von nur 28 Jahren. Die Erinnerung an ihn lebt weiter, und viele Musikkenner sind sich einig, dass Hendrix‘ Musik genauso wenig sterben wird wie die eines Wolfgang Amadeus Mozart. Aufführungen wie die des Villanova Junction Projekt tragen dazu bei.

Artikel vom 20.09.10 - 06:00 Uhr
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