Nachdem die „Rönnebeck“ ihre Fahrgäste um kurz nach 4 Uhr in der Frühe in Motzen an Land entlassen hatte, machte sich der Schiffsführer daran, den Rampenkörper zu enteisen. Ein in diesen Tagen üblicher Vorgang, denn die in der Weser treibenden Schollen bedecken die Rampen schon innerhalb weniger Minuten mit einer dicken Eisschicht.
Während die „Rönnebeck“ versuchte, mit ihren vier Antrieben die Schräge freizuspülen, verkeilten sich hinter ihr mehrere Eisschollen, so dass das Fährschiff nicht mehr in die Fahrrinne zurücksetzen konnte.
Die Besatzung forderte umgehend Hilfe an. Doch auch das aus Farge herbeigeeilte Fährschiff „Juliusplate“, das um 4.45 Uhr bei der festsitzenden „Rönnebeck“ eintraf, konnte sie nicht vom Anlieger herunterziehen. „Da hatte sich bereits zu viel Eis ums Schiff gelegt“, erläuterte Andreas Bettray, Geschäftsführer der Gesellschaft Fähren Bremen-Stedingen (FBS), gestern Vormittag.
Als die „Rönnebeck“ kurze Zeit später wieder an ihrem Einsatzort in Farge eintraf, musste sie dort ebenfalls eine dicke Eisschicht vom Anleger kratzen.
So blieb der Besatzung keine andere Wahl, als auf steigendes Wasser zu warten. Einziger Lichtblick für Bettray: „Das Schiff lag trocken auf der Rampe, so dass wir davon ausgehen konnten, dass keine Schäden am Unterwasserschiff entstanden sind.“
Gegen 10 Uhr stellten die Experten fest, dass das Fährschiff tatsächlich keinen Schaden genommen hatte und wieder eingesetzt werden könne, sobald das Wasser hoch genug aufgelaufen sei.
Um 12 Uhr mittags war es soweit. Die „Rönnebeck“ machte sich aus eigener Kraft zum anderen Weserufer auf, um den Anleger in Blumenthal vom Eis zu befreien, ehe die Fähre um 12.30 Uhr ihren regulären Betrieb wieder aufnahm.
Wer auf die Fähre angewiesen sei, sollte in den kommenden Tagen immer wieder einen Blick auf die Internetseite der Fährgesellschaft werfen, rät Geschäftsführer Andreas Bettray, denn er könne nicht vorhersagen, ob die Schiffe ihren Dienst aufgrund der weiterhin erwarteten klirrenden Kälte einstellen müssen oder nicht.
