
Die Aufgabenstellung war, ein Modell zu finden für die Integration von Kunstverein und Stadtmuseum. Der Kunstverein fühlt sich im historischen Rathaus zwar nicht unwohl, aber zum einen ist die Ausstellungsfläche dort sehr bescheiden, zum zweiten würde die Gemeinnützige Nordenhamer Siedlungsgesellschaft, die bereits das mittlere und das Obergeschoss nutzt, gerne auch das Erdgeschoss des alten Rathauses übernehmen. Die Stadt sieht die Chance, den Trakt an die GNSG zu verkaufen. „Das wäre dann schon mal die Anschubfinanzierung für einen Neubau beim Museum“, sagte Bürgermeister Hans Francksen gestern bei der Präsentation der Entwürfe im Museum.
Die Stadt hat durch den Wettbewerb eine Reihe von Ideen bekommen, und die Master-Studenten der Fachhochschule Lübeck haben die Gelegenheit erhalten, sich an einer praktischen Aufgabenstellung zu versuchen.
Bürgermeister Hans Francksen, Baudezernent Peter Kania und die Hochschullehrerin Renate Abelmann zeigten sich gestern angetan von den Entwürfen. Der mit 500 Euro dotierte erste Preis geht an Sebastian Minck und Patrick Pabst. Der vierköpfigen Jury, der neben zwei Architekten Peter Kania und der Nordenhamer Museumsleiter Dr. Timothy Saunders angehörten, gefiel vor allem die schlichte und elegante Lösung des Neubaus, der sich optisch gegenüber dem schönen Gründerzeitbau des Museums zurücknimmt. Der Flachbau würde dem Kunstverein eine 150 Quadratmeter große Ausstellungsfläche und zudem für beide Häuser einen zentralen Eingangsbereich bieten.
Durch eine einheitliche Pflasterung des gesamten Museumsbereiches bis hin zu den beiden ehemaligen Lehrerhäusern der früheren Südschule an der Schulstraße – in einem ist das Archiv untergebracht – entsteht der Eindruck eines großzügigen Platzes.
Platz drei wurde gleich zweimal vergeben. Der eine Entwurf sieht einen solitären Anbau an der Schulstraße vor, der zweite einen Anbau an der Hansingstraße.
„Wir haben auf jeden Fall eine Menge Anregungen“, freut sich Peter Kania. Die Stadt ist frei im Umgang damit.
Einen Zeitplan für die Umsetzung gibt es bislang nicht, und es dürfte so schnell auch keiner aufgestellt werden. Bei den in der vergangenen Woche im Rahmen der City-Sanierung vom Bauausschuss beschlossenen Schwerpunkten für die beiden nächsten Jahre ist der Neubau des Kunstvereins nicht dabei. Vielmehr sollen zunächst die Müllerstraße saniert, parallel zur Müllerstraße ein Park angelegt und an der Müllerstraße ein Buswendeplatz gebaut werden.
