Die Anlage wurde professionell betrieben, mit Bewässerungs- und Belüftungsanlage sowie einer Heizung. So gediehen die Hanfpflanzen in der ehemaligen Holzwerkstatt des CVJM-Sozialwerks prächtig. Nach Informationen der Kreiszeitung Wesermarsch wurden in dem ehemaligen Werkstattgebäude rund 2000 Cannabispflanzen gezogen. Daraus lässt sich jährlich Marihuana und Haschisch mit einem Schwarzmarktwert von mehreren hunderttausend Euro gewinnen.
Von der Polizei waren gestern keine detaillierten Auskünfte zu dem Vorgang zu erhalten. Die Ermittlungen dauerten noch an, hieß es. Die Polizei machte auch keine Angaben zu dem oder den Betreibern der Anlage. Unklar ist ebenfalls noch, über welche Vertriebswege die „Drogen-Gärtner“ das Cannabis abgesetzt haben.
Es handelt sich um einen der größten Drogenfunde der vergangenen Jahre in der Wesermarsch. Um die Pflanzen zu beseitigen, wurde das Technische Hilfswerk um Unterstützung gebeten. Die Cannabispflanzen sind nach Informationen der Kreiszeitung inzwischen in der Müllverbrennungsanlage in Bremerhaven vernichtet worden. Die Polizei wird, wie in solchen Fällen üblich, Proben genommen haben, um beim Landeskriminalamt den Wirkstoffgehalt der Hanfpflanzen bestimmen zu lassen. Der Wirkstoffgehalt ist bei der Beurteilung der Schwere der Tat ein wichtiger Gesichtspunkt.
Drogenexperten wie die Mitarbeiter der Drogenberatungsstelle Rose 12, die auch in Nordenham tätig ist, warnen immer wieder vor dem Konsum von Cannabis-Produkten. Durch spezielle Züchtungen sei die Konzentration des Wirkstoffs derart gestiegen, dass die heutigen Cannabis-Produkte nicht mehr mit dem Marihuana und Haschisch der Hippie-Zeit zu vergleichen sei. Durch regelmäßigen und intensiven Genuss erleiden die Konsumenten oft einen Realitätsverlust. Sie kommen im Alltag nicht mehr klar, machen Drogenberater deutlich. Rose 12 hat im Jahr 2008 in Nordenham immerhin 49 Cannabis-Konsumenten beraten, die so viel von dem Zeug zu sich nahmen, dass sie dringend Hilfe brauchten. (hei)
