
Statt der kalkulierten 20 000 Besucher interessierten sich bislang gerade einmal 9000 für die aufwendige Moderne-Schau, die noch bis zum kommenden Sonntag zu sehen ist. Dabei sei intensiv für die Ausstellung geworben worden, merkte der Direktor an.
Insgesamt 49 879 Besucher zählte das Landesmuseum 2011 in den drei Häusern Schloss, Augusteum und Prinzenpalais. Zwar konnte die Besucherzahl gegenüber dem Vorjahr um rund 10 000 gesteigert werden, doch Rainer Stamm hat ehrgeizigere Ziele und denkt über weitere Anreize nach.
Die ersten Neuerungen stellte er jetzt vor. So können die Besucher künftig Führungen durch die Ausstellungen auf Plattdeutsch lauschen und die neue Gesprächsreihe „Auf ein Wort mit …“ erleben. Künstler, Kuratoren, Sammler und andere interessante Menschen gewähren dabei auf einem roten Sofa sitzend einen persönlichen Einblick in ihre Arbeit und beantworten Fragen im Idyllenzimmer des Schlosses. Den Auftakt macht Rüdiger Joppien, ehemaliger Leiter der Abteilung Jugendstil und Moderne im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg, am Sonntag, 29. Januar, um 11.30 Uhr.
Das neue Ausstellungsprogramm beginnt am Sonntag, 5. Februar, mit „Jugendstil im Taschenformat“. Dabei handelt es sich um ausgewählte Miniaturen aus der Sammlung Giorgio Silzer, die im Schloss zu sehen sein werden. Silzer, einst Konzertmeister an der Deutschen Oper Berlin, sammelte auf der ganzen Welt Vitrinenobjekte, die zwischen zwei und 22 Zentimeter groß sind. 350 Exemplare besitzt er, aus denen Kurator Dr. Michael Reinbold die schönsten 60 Stücke im Marmorsaal präsentiert.
Keramische Arbeiten von Martin McWilliam folgen ab 23. März im Schloss. Der gebürtige Engländer, der mittlerweile in Sandhatten ansässig ist, zeigt keramische Werke, die dreidimensional wirken, tatsächlich aber zweidimensional sind. Der Keramiker arbeitet schon seit längerer Zeit mit der Augentäuschung, konzentriert sich also auf die Außenwirkung seiner Gefäße.
Zum Ende des Jahres können sich die Besucher auf die Ausstellung „Mini, Mofa, Maobibel“ freuen, eine Zeitreise durch die Kulturgeschichte der 1960er Jahre mit spektakulären Leihgaben wie dem Winnetou-Filmkostüm von Pierre Brice oder der Gitarre von Pete Townshend. Die dürfte eine Rarität sein, denn schließlich war der Kopf der Band The Who für seine Vorliebe bekannt, sein Instrument auf der Bühne zu zerstören.
Inhaltlich geht es in der Schau um Mode, Musik, Literatur, Theater, Film, Wohnen und die politischen Widerstandsbewegungen.
