
Die Gesellschaft ist auf Initiative des Weltumseglers Rollo Gebhard gegründet worden. Sie engagiert sich weltweit für den Schutz der Delphine. Seit einigen Jahren gilt ihr Augenmerk auch den Schweinswalen, die im Frühjahr inzwischen wieder regelmäßig in den Flussmündungen von Ems, Weser und Elbe erscheinen. Die untere Elbe erlebt derzeit geradezu einen Schweinswal-Boom. Dort schwimmen sie, zum Teil auch in Gruppen, bis Hamburg.
Noch vor zehn Jahren galt es als Sensation, wenn ein Fischer oder Wassersportler einen dieser Zahnwale entdeckte. Warum die rund 1,80 Meter großen Wale nach Jahrzehnten nun wieder regelmäßig in den Flussmündungen auftauchen, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. „Wir gehen davon aus, dass sie Fischschwärmen folgen“, sagt Denise Wenger von der Gesellschaft zur Rettung der Delphine. Diese treten, so die Vermutung, wieder in größerer Stärke auf, seit die Flüsse durch eine effektive Klärung der Abwässer sauberer geworden sind. Parallel dazu haben Walforscher festgestellt, dass sich der Bestand der Schweinswale aus der nördlichen in die südliche Nordsee verlagert hat.
Am Pfingstwochenende wollen Mitarbeiter der Gesellschaft zur Rettung der Delphine in der Unterweser wieder Unterwassermikrofone installieren, um die Stimmen der Schweinswale aufzunehmen. In den vergangenen Jahren haben sie mit Hilfe der Mikrofone festgestellt, dass sich im Frühjahr rund um die Strohauser Plate regelmäßig Schweinswale aufhalten.
Die Schweinswale scheinen einem bestimmten zeitlichen Zyklus zu folgen. Im Januar tauchen sie vor der Küste der Niederlande auf, kommen dann im Februar/März an die niedersächsische Küste und schwimmen aus dem Wattenmeer in die Flussmündungen. Im Sommer werden sie dann vor Sylt beobachtet, wo sie auch ihre Jungen großziehen. Der Schweinswal-Bestand an der deutschen Nordseeküste wird auf rund 60 000 Tiere geschätzt.
Die Schweinswale finden im Frühjahr in den Flussmündungen zwar offensichtlich reichlich zu fressen, doch ein ideales Revier sind die viel befahrenen Wasserstraßen für sie trotzdem nicht. Immer wieder werden tote Wale gefunden, oft von Schiffsschrauben schwer verletzt. Allein in diesem Jahr sind von der Weser bereits drei Totfunde gemeldet werden.
Die Unterweser ist Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebiet. Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine will die gesammelten Daten verwenden, um sich für Schutzmaßnahmen für die Schweinswale stark zu machen. Sichtungen können gemailt werden an info@delphinschutz.org.
