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Der Schulweg will geübt sein

Nordenham. Die Aufregung dürfte groß sein bei den 285 Kindern, die in der nächsten Woche an den Nordenhamer Grundschulen eingeschult werden. Aber auch bei den Eltern dürfte sich eine gewisse Unruhe breitmachen. Dann nämlich, wenn die Abc-Schützen sich das erste Mal auf den Weg zur Schule machen und mit dem Straßenverkehr konfrontiert werden.

Polizeikommissar Edwin Krüger, der in Nordenham als Präventionsbeamter arbeitet, weist in diesem Zusammenhang auf die Gefahren hin, die im Verkehr lauern. „Was viele nicht wissen: Kinder sind noch gar nicht in der Lage, das Verkehrsgeschehen zu erfassen. Sie können beispielsweise keine Geschwindigkeiten oder Abstände einschätzen“, sagt der Polizist. Bis zum elften Lebensjahr könne es dauern, bis das Kind den Straßenverkehr erfassen könne.

Umso wichtiger sei es, die Kinder in ihren ersten Schulwochen zu begleiten und am besten schon vorab den Schulweg mehrmals abzugehen und auf Gefahren hinzuweisen. „Ich bin mit vielen Kindergarten-Gruppen auch schon Schulwege abgegangen“, erzählt Edwin Krüger.

Erwachsene sind Vorbilder

Die Eltern, so der Präventionsbeamte, sollten darauf achten, dass auf dem Weg möglichst wenig Straßen überquert werden müssen. „Und wenn, dann immer nur gerade die Seite wechseln, auf dem kürzesten Weg.“ Hier appelliert Edwin Krüger auch an die Vorbildfunktion der Erwachsenen. „Wenn Kinder in der Nähe sind, sollte man sich so verhalten, wie es die Kinder auch beigebracht bekommen“, mahnt er. Auch Rennen ist beim Überqueren der Straße tabu. „Kinder stolpern viel leichter, und dann kann es zu Unfällen kommen.“

Bringen die Eltern den Sohn oder die Tochter mit dem Auto zur Schule, sei es unabdingbar, dass die Kinder im Auto ordentlich sitzen. „Das heißt auf einem geeigneten Kindersitz, angeschnallt und ohne den Ranzen auf dem Rücken“, bläut Edwin Krüger ein. Immer wieder sähen er und seine Kollegen Kinder aus Autos aussteigen, die während der Fahrt den Ranzen getragen haben. „Das ist viel zu gefährlich“, warnt der Polizeibeamte.

Die Nordenhamer Polizisten werden in den ersten Wochen nach Schulbeginn verschärft beobachten, was sich auf dem Schulweg der Abc-Schützen tut. „Da sprechen wir die Eltern auch an, wenn wir Fehlverhalten mitbekommen“, sagt Edwin Krüger.

Einer der wichtigsten Hinweise: „Vermeiden Sie Stress. Wer morgens früh genug aufsteht und gemütlich frühstückt, hat genügend Zeit, sein Kind sicher zur Schule zu bringen.“

Wenn die Tage wieder kürzer werden, müssen sich Eltern auch Gedanken über die Kleidung der Grundschüler machen. Edwin Krüger: „Diese sollte hell und gut sichtbar sein, beispielsweise durch Reflektoren.“ Und mit dem Fahrrad sollten die Jungen und Mädchen erst ab der 4. Klasse zur Schule fahren, findet der Polizist: „Davor fehlt vielen Kindern noch das nötige Gleichgewicht und die Fahrpraxis“.

Mithilfe ist natürlich auch von allen Auto- und Radfahrern gefordert. Sie müssen in den kommenden Wochen besonders vorsichtig fahren und sich auf das unbedarfte Verhalten der Abc-Schützen im Straßenverkehr einrichten. (flo)

Artikel vom 31.07.10 - 06:00 Uhr
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