So melden sich immer im Juli zahlreiche jüngere Menschen arbeitslos, die sich zuvor in einer schulischen oder einer betrieblichen Ausbildung befanden. „Zudem halten sich Betriebe traditionell während der Sommerferien mit Neueinstellungen zurück“, erläutert Frank Albers vom Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur. Außerdem fließen Quartalskündigungen zum 30. Juni in die Statistik ein. Trotzdem fällt der Anstieg der Arbeitslosenzahlen flacher aus als im vergangenen Jahr. „Wir hoffen daher auf sinkende Zahlen im weiteren Jahresverlauf.“
Insgesamt 1763 Personen waren im Juli aus der nördlichen Wesermarsch arbeitslos gemeldet, das waren sechs Beschäftigungslose mehr als im Vormonat, aber drei weniger als im Vorjahresmonat.
Auffallend ist eine relativ hohe Fluktuation auf dem Arbeitsmarkt. Im Juli meldeten sich 393 Personen arbeitslos, davon allerdings nur 110 nach dem Verlust eines Arbeitsplatzes (23 Personen weniger als im Vorjahresmonat). Die übrigen neu arbeitslos gemeldeten kommen zum Beispiel aus Ausbildungsphasen. Gleichzeitig ist die Zahl der Abgänge (insgesamt 386 Personen) aus der Arbeitslosigkeit in neue Arbeit mit 133 Personen gestiegen. Dies sind 21 Personen mit neuen Jobs mehr als im Vorjahres-Juli.
Die Struktur der Arbeitslosigkeit ist dabei weitgehend unverändert: Im Juli waren 904 Männer (34 mehr als im Vorjahr) und 859 Frauen (37 weniger als im Vorjahr) arbeitslos gemeldet. Der fehlende Berufsabschluss bleibt eines der Hauptrisiken, um von Arbeitslosigkeit betroffen zu sein. 847 Arbeitslose (48 Prozent des Gesamtbestandes) sind ohne Berufsausbildung. Vier von zehn Arbeitslosen sind bereits seit mehr als einem Jahr ohne Arbeit und gelten daher als langzeitarbeitslos. Auf Grund der beendeten Ausbildungen ist die Zahl der jüngeren Arbeitslosen wieder angestiegen. Im Juli waren 278 Arbeitslose unter 25 Jahre alt, 19 Prozent mehr im Vergleich zum Vormonat.
Ausbildungsstellen sind seit Beginn des Berichtsjahres am 1. Oktober 2009 insgesamt 213 gemeldet worden. 37 davon – vor allem aus Gastgewerbe, Bau und Einzelhandel – sind unbesetzt. Von 383 gemeldeten Bewerbern sind 49 noch unversorgt. „Falls das an schlechten Schulnoten liegt, versuchen wir, mit Förderinstrumenten gegenzusteuern“, sagt Frank Albers.
