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Beim Trauerzug im Spalier

Nordenham. Fast 68 Jahre liegt das Ereignis zurück, das Heide Hildebrand, Wilfried Boekhoff und möglicherweise weitere Nordenhamer nun ins Fernsehen bringt: Der Bombenangriff auf Nordenham am 18. Juni 1944.

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Kein Stein steht mehr auf dem anderen: Auch wer Szenen wie diese miterlebt hat, kann sich melden.

Am für Nordenham schlimmsten Kriegstag starben 68 Menschen, 21 weitere erlitten Verletzungen. Viele Häuser und Wohnungen wurden zerstört. Heide Hildebrand war an jenem Tag acht Jahre alt, Wilfried Boekhoff fünf. Beide erinnern sich für eine Folge der Serie „Stadt, Land, Fluss“ von Spiegel TV Geschichte an die Geschehnisse am 18. Juni und in den folgenden Tagen.

Nur im Pay-TV zu sehen

Katharina Hoier und Andreas Hancke sind bei Spiegel TV für die Sendung verantwortlich, die am 21. März zu sehen sein wird – allerdings nur für diejenigen, die sich Bezahlsender leisten. Für reine Gebührenzahler ist der Kanal Spiegel Geschichte nicht zu empfangen.

Die Aussagen von Zeitzeugen umrahmen in Nordenham wohlbekanntes Filmmaterial. Der Wehrmachtsoffizier Eugen Jäger, damals auf Urlaub in der Stadt, filmte die Ereignisse. Auch die Trauerfeier, die vier Tage nach dem Bombenangriff für die Opfer stattfand und die mit großem nationalsozialistischen Pomp gestaltet wurde, hat er so für die Nachwelt überliefert.

Wilfried Boekhoff hat diesen Film, der in Nordenham schon mehrfach zu sehen war, den Redakteuren überlassen. „Er hat uns aber auch vor der Kamera seine eigenen Erinnerungen an die Zeit mitgeteilt“, erzählt Katharina Hoier. Heide Hildebrand erinnere sich ebenfalls an Einzelheiten: „Sie hat uns erzählt, wie sie beim Trauerzug Spalier stand“, nennt die Redakteurin ein Beispiel.

Auch wenn es für den Beitrag nicht unbedingt notwendig sei, so hoffe sie doch auf weitere Zeitzeugenberichte, betont Katharina Hoier. „Das wäre das Sahnehäubchen auf dem Kuchen“, sagt sie.

Einem Aufruf in der Kreiszeitung, sich in dieser Angelegenheit beim Museum Nordenham zu melden, sind nach Auskunft von Museumsleiter Timothy Saunders bereits etwa ein Dutzend Menschen gefolgt. Ob sie in dem Beitrag auftauchen werden, steht noch nicht fest.

Im Museum haben sich die Fernsehmacher über die lokalen historischen Zusammenhänge informiert. Im Bericht geht es Katharina Hoier und Andreas Hancke aber vor allem darum, die Ängste und Schrecken des Krieges an Einzelschicksalen zu zeigen. „Das ist Geschichte, die sonst keiner hört“, sagt Katharina Hoier. (er)

68 Menschen sterben

Auch wenn von 1940 an ab und zu Bomben auf das Stadtgebiet fielen – Todesopfer gab es in Nordenham während des Zweiten Weltkriegs lange Zeit nicht zu beklagen. Im Sommer 1944 änderte sich das: Am 18. Juni kamen 68 Menschen ums Leben. Der Angriff traf vor allem die Fulda- und die Werrastraße sowie einzelne Häuser in der Innenstadt.

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Kein Stein steht mehr auf dem anderen: Auch wer Szenen wie diese miterlebt hat, kann sich melden.
Artikel vom 03.02.12 - 12:00 Uhr
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