Am für Nordenham schlimmsten Kriegstag starben 68 Menschen, 21 weitere erlitten Verletzungen. Viele Häuser und Wohnungen wurden zerstört. Heide Hildebrand war an jenem Tag acht Jahre alt, Wilfried Boekhoff fünf. Beide erinnern sich für eine Folge der Serie „Stadt, Land, Fluss“ von Spiegel TV Geschichte an die Geschehnisse am 18. Juni und in den folgenden Tagen.
Die Aussagen von Zeitzeugen umrahmen in Nordenham wohlbekanntes Filmmaterial. Der Wehrmachtsoffizier Eugen Jäger, damals auf Urlaub in der Stadt, filmte die Ereignisse. Auch die Trauerfeier, die vier Tage nach dem Bombenangriff für die Opfer stattfand und die mit großem nationalsozialistischen Pomp gestaltet wurde, hat er so für die Nachwelt überliefert.
Wilfried Boekhoff hat diesen Film, der in Nordenham schon mehrfach zu sehen war, den Redakteuren überlassen. „Er hat uns aber auch vor der Kamera seine eigenen Erinnerungen an die Zeit mitgeteilt“, erzählt Katharina Hoier. Heide Hildebrand erinnere sich ebenfalls an Einzelheiten: „Sie hat uns erzählt, wie sie beim Trauerzug Spalier stand“, nennt die Redakteurin ein Beispiel.
Auch wenn es für den Beitrag nicht unbedingt notwendig sei, so hoffe sie doch auf weitere Zeitzeugenberichte, betont Katharina Hoier. „Das wäre das Sahnehäubchen auf dem Kuchen“, sagt sie.
Einem Aufruf in der Kreiszeitung, sich in dieser Angelegenheit beim Museum Nordenham zu melden, sind nach Auskunft von Museumsleiter Timothy Saunders bereits etwa ein Dutzend Menschen gefolgt. Ob sie in dem Beitrag auftauchen werden, steht noch nicht fest.
Im Museum haben sich die Fernsehmacher über die lokalen historischen Zusammenhänge informiert. Im Bericht geht es Katharina Hoier und Andreas Hancke aber vor allem darum, die Ängste und Schrecken des Krieges an Einzelschicksalen zu zeigen. „Das ist Geschichte, die sonst keiner hört“, sagt Katharina Hoier. (er)
